Verkehrsstatistik 2014 : Wieder mehr Unfälle – und viele flüchten

Unfallschwerpunkt: Auf der Altonaer Straße zwischen Grünem Weg und Südbahnhof krachte es im vergangenen Jahr zehn Mal. Zwölf Menschen wurden dabei verletzt.
Unfallschwerpunkt: Auf der Altonaer Straße zwischen Grünem Weg und Südbahnhof krachte es im vergangenen Jahr zehn Mal. Zwölf Menschen wurden dabei verletzt.

1920 Mal krachte es auf den Straßen, 647 Unfallverursacher verschwanden einfach. Die Zahl der Zusammenstöße mit Kindern ging aber zurück.

shz.de von
07. Mai 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Auf den Straßen der Stadt hat es im vergangenen Jahr wieder deutlich häufiger gekracht. Nach 1726 Unfällen im Jahr 2013 stieg die Zahl 2014 um 11 Prozent auf 1920 an. Das sind statistisch gesehen mehr als fünf Unfälle pro Tag. Insgesamt wurden dabei 405 Menschen leicht verletzt (389 in 2013), 57 (50) Personen kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Verkehrstote gab es wie im Vorjahr nicht. Diese Zahlen nannten gestern Bernd Lohse, Chef der Polizeidirektion Neumünster, und Grit Auricht, Leiterin des Sachgebietes Verkehr, bei der Vorstellung der Jahresverkehrsstatistik. Erschreckend: In jedem dritten Fall floh der Unfallverursacher. Die Zahl stieg binnen eines Jahres um 100 auf 647 Fälle an.

Fahrerflucht ist kein Kavaliersdelikt. Wer geschnappt wird, muss mit Geldstrafen oder sogar mit Freiheitsentzug bis zu drei Jahren rechnen. Besonders häufig entfernen sich Unfallverursacher bei kleineren Zusammenstößen ohne Verletzte, etwa Parkplatzremplern. „Diese müsste die Polizei eigentlich gar nicht aufnehmen. Oft sind sich die Beteiligten aber nicht einig und brauchen die Kollegen dann doch“, erklärte Grit Auricht. Das bindet die Beamten wieder verstärkt. Ganze 1394 der 1920 Unfälle vermerkte die Polizei im sogenannten Segment „VU S3“, das sind 183 mehr als 2013.

Hauptunfallursachen sind nach wie vor Fehler beim Abbiegen (35 Prozent) und Vorfahrtsmissachtung (26 Prozent). Alkohol und Drogen am Steuer spielen aber immer öfter eine Rolle. „Hierauf werden wir verstärkt unser Augenmerk richten. Die Polizisten sind mittlerweile gut geschult und können Drogenmissbrauch erkennen“, sagte Bernd Lohse. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit bleibt die Schulung und Kontrolle von Radfahrern. Die Zahl der verunglückten Radler stieg von 125 auf 174. In über 80 Prozent der Fälle war die nicht ordnungsgemäße Straßenbenutzung Ursache für die Kollisionen, nicht selten wurde die falsche Radweg-Seite benutzt.

Doch die Statistik hat auch Erfreuliches zu bieten: Die Zahl der Unfälle mit Kindern ging entgegen dem Landestrend nur in Neumünster zurück – von 68 auf 55. Die Zahl der verunglückten Fußgänger sank um 12 auf 31. Und die Motorrad- und Mofa-Unfälle blieben mit 57 auf einem landesweit niedrigen Niveau konstant.

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