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Musikfestival : Wie es dazu kam, dass Anne-Sophie Mutter in der Holstenhalle spielt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Kieler Geigerin durfte den Weltstar bei einer Akustikprobe simulieren. „Die Mutter“ kommt nach 26 Jahren wieder nach Neumünster

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erstellt am 21.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Als die Programmmacher des Schleswig-Holstein Musik-Festivals (SHMF) im vergangenen Herbst an die Detailplanung des Festivalsommers 2015 gingen, stand die Frage im Raum, wo die weltberühmte Geigerin Anne-Sophie Mutter auftreten könnte. Festival-Intendant Christian Kuhnt dachte da gleich an die Holstenhalle in Neumünster.

Die hatte er 2014 beim ersten Konzert nach dem Umbau für sich entdeckt und sie als „Royal Albert Hall des Nordens“ gerühmt, sie also in eine Reihe mit dem legendären Londoner Konzertsaal gestellt. „Aber er war nicht sicher, ob die Akustik gut genug ist für Anne-Sophie Mutter, die ausschließlich ohne elektronische Verstärkung spielt“, sagt Holstenhallen-Geschäftsführer Dirk Iwersen.

Kuhnt wollte das vor Ort bei einer Akustikprobe testen und einen CD-Spieler auf den Platz in der Halle stellen, an dem immer die Bühne steht. Das war Iwersen aber nicht geheuer, und er engagierte kurzfristig eine Profi-Geigerin aus Kiel. Die durfte eine Stunde in der Halle stehen und fideln, während Kuhnt und seine Mitstreiter sich langsam durch die ganze Halle bewegten, auf den Oberrang stellten – und lauschten. Ergebnis: „Sie war überall perfekt zu hören. Probe bestanden!“, sagte Iwersen. An demselben Tag bekam die Holstenhalle den Zuschlag. Anne-Sophie Mutter wird hier am Freitag, 29. August, um 20 Uhr Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ spielen.

Es wird ihr erster Auftritt seit 1989 in Neumünster sein. Auch damals, mit 26 Jahren, war „Die Mutter“ schon eine Berühmtheit. Unvergessen blieb den Besuchern die rabiate Souveränität, mit der sie an diesem Abend ein echtes Problem löste: Als mitten in dem Violinkonzert an ihrer Stradivari eine Saite riss, legte sie ihr millionenteures Instrument sanft auf den Boden und riss dem Konzertmeister seine Geige aus der Hand, um damit das Solo zu beenden. Das Publikum tobte vor Begeisterung.

Zwei weitere Weltstars treten 2015 beim SHMF in der Holstenhalle auf: Zum wiederholten Mal gibt der Trommelkünstler Martin Grubinger seine Visitenkarte ab (So, 19. Juli, 19 Uhr). Und der Pianist Lang Lang spielt am Sonntag, 16. August, mit dem Festivalorchester unter Christoph Eschenbach. Lang Lang kennt die Halle ebenfalls bereits von seinen umjubelten Auftritten 2007 und 2009.

Das vierte SHMF-Konzert dieses Sommers in Neumünster findet an der frischen Luft statt: Am Sonntag, 9. August, gibt es um 11 Uhr im Gerisch-Park ein Open-Air-Konzert: „Festival Brass“ mit swingender Blechbläsermusik.

Außerdem ist die Klosterkirche Bordesholm wieder Schauplatz für drei Konzerte: am 16. Juli, 19. und 26. August.

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