Neumünster : „Wie ein aufregender Urlaub“

Starke Leistung: Die Teilnehmerinnen Martina Hasenfürther (von links), Petra Schmid, Stephanie Berr (hinten), Anna-Maria Arnold und Martina Rokosch sind stolz auf ihre Medaillen. Mit ihnen freuen sich Delegationsleiter Dominik Koslowski (rechts) und Kiek-In-Chef Torge Rupnow.
Starke Leistung: Die Teilnehmerinnen Martina Hasenfürther (von links), Petra Schmid, Stephanie Berr (hinten), Anna-Maria Arnold und Martina Rokosch sind stolz auf ihre Medaillen. Mit ihnen freuen sich Delegationsleiter Dominik Koslowski (rechts) und Kiek-In-Chef Torge Rupnow.

60 Teilnehmer der Special Olympics aus Bayern sind im Kiek-In untergebracht.

shz.de von
19. Mai 2018, 15:00 Uhr

Neumünster | „Im ersten Moment war ich unsicher, ob ich gut geschwommen bin, aber als dann das Ergebnis kam, musste ich vor Freude weinen.“ Petra Schmid strahlte und zeigte bescheiden ihre Goldmedaille, die sie am Mittwoch bei den Special Olympics in Kiel beim 50-Meter-Freistil-Schwimmen geholt hat. Die 50-Jährige war mit über 60 Special-Olympioniken aus Bayern angereist und von Sonntag bis heute in Neumünster in der Jugendherberge des Kiek In untergebracht.

Dort herrschte allabendlich spürbare Aufregung seit Beginn der nationalen Spiele für geistig und körperlich behinderte Sportler. Ausgelassen besprachen sie die Ereignisse des Tages, und beim Gang zwischen Aufenthaltsraum und Herbergszimmern klapperten die Medaillen, die sich die Gewinner stolz um den Hals gehängt hatten. „Wir freuen uns, ein Teil dieser sportlichen Gemeinschaft zu sein“, sagte Kiek-In-Chef Torge Rupnow.

Täglich brachten die Gäste aus der Oberpfalz mehr Medaillen im Schwimmen, Boccia, Leichtathletik und Fußball mit. Für die Mannschaften und ihre Betreuer ist das stets ein großes Ereignis, wie Delegationsleiter Dominik Koslowski erzählte: „Die Veranstaltung ist sehr emotional, es gibt Freudentränen, aber manchmal muss ich auch Tränen der Enttäuschung trocknen.“

Für Anna-Maria Arnold (27) war der Schritt auf die zweite Stufe des Siegertreppchens eine tolle Überraschung: „Ich habe im Ballwerfen Silber bekommen, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“

So richtig zur Erkundung ihrer Gaststadt kamen die 18- bis 58-Jährigen erst am Donnerstagabend, es sollte eine Sause in der Gaststätte „Südbahnhof“ geben. „Heute gehen wir feiern“, meinte Anna-Maria Arnold fröhlich.

Der Aufenthalt im Norden kam bei Betreuern und Sportlern richtig gut an, wie der Oberpfälzer Dominik Koslowski erzählte: „Ich mag den norddeutschen Dialekt total gerne und bemühe mich, hochdeutsch zu reden. Außerdem ist es hier in der Jugendherberge sehr bequem und ein bisschen wie ein aufregender Urlaub. Sonst campen wir bei solchen Veranstaltungen immer und müssen uns selbst um das Essen kümmern.“

In Neumünster gab es um sechs Uhr im Speisesaal Frühstück, danach hieß es ruckzuck in die Busse und ab nach Kiel, weil um neun Uhr die Spiele begannen.

Einmal in der Woche trainieren die Bewohner des Heilpädagogischen Zentrums für Behinderte im bayerischen Irchenrieth, um sich für die Bundesspiele zu qualifizieren. Einige von ihnen, woe Petra Schmid, sind schon alte Hasen. Dennoch ist sie vor dem Start immer noch aufgeregt. „Der starke Applaus hat mich unterstützt und mir beim Sprung ins Wasser die Aufregung genommen.“

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