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Breitbandausbau : Wie die Stadtwerke Neumünster SH ins schnelle Internet bringen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die SWN bauen im Auftrag zurzeit das schnelle Internet in Steinburg und Dithmarschen aus.

Neumünster | Mit der vor drei Jahren beschlossenen Strategie, das Glasfasernetz im Land bis zum Jahr 2030 flächendeckend auszubauen, sieht sich Schleswig-Holstein richtig aufgestellt. Das jedenfalls ist das Fazit von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag beim 9. Breitbandforum vor 250 Experten in der Stadthalle.

Land und Bund haben zwar Strategien erstellt, wann das schnelle Internet wie weit ausgebaut werden soll, die Initiative muss allerdings von Gemeinden und der Wirtschaft kommen. Marktführer wie die Telekom lassen weniger wirtschaftliche Regionen aber häufig außer acht.

Mit einer Versorgung von 23 Prozent der Haushalte liege Schleswig-Holstein weit über dem Bundesdurchschnitt von fünf Prozent. Sorgen macht Meyer, dass nur 14 Prozent der Haushalte dieses Angebot auch nutzen. International sei die Bundesrepublik längst nicht so gut aufgestellt und liege nur auf Rang 22. Alle skandinavischen Länder und einige baltische Staaten lägen vor Deutschland. „Das kann nicht unser Ziel sein“, so Meyer.

Glasfaser sei eindeutig die zukunftssicherste Technologie“, sagte Meyer. Das bestätigte auch der Breitband-Experte Tim Brauckmüller, dessen Büro nach einer Ausschreibung mit einer Überprüfung der Breitband-Strategie im Land beauftragt wurde. „Wir bauen eine Infrastruktur, die bis zu 30 Jahre halten muss“, so Brauckmüller. Die Zusammenarbeit der Akteure aus Kommunalpolitik, Unternehmen und Zweckverbänden sei in dieser Konsequenz einmalig.

Um so mehr ärgert Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, dass das Land an vielen Stellen gegen den größten Anbieter, die Deutsche Telekom, anarbeiten müsse. Er forderte hier Waffengleichheit. Es sei schon ärgerlich, wenn ein Großteil der Bundesförderung an die Telekom gehe und damit an ein Unternehmen, an dem der Bund die meisten Anteile hat. Die Technologie der Telekom sei nur ein Zwischenschritt. Meyer: „Wir wollen überall, wo es geht, Glasfaser bis ins Haus.“

Betreiber wie Zweckverbände rechneten mit Mischkalkulationen und benötigten hohe Anschlussquoten von 60 Prozent beim Netzaufbau. Die Telekom greife dagegen nur an einzelnen Stellen zu und betreibe Rosinenpickerei.

Einen großen Vorteil Schleswig-Holsteins sieht Meyer in der Vielzahl kommunaler Akteure wie Stadtwerken, Netz- oder Zweckgesellschaften, die den Breitbandausbau zu ihrer Sache gemacht haben. Mit ihrem Glasfasernetz sehen sich die Stadtwerke Neumünster (SWN) selbst sogar als größten Flächenversorger im Norden. „Wir sind da Vorreiter in Schleswig-Holstein, erschließen gerade den Kreis Dithmarschen und auch Steinburg, dazu große Teile Segebergs“, sagte Dirk Sasson, der Telekom-Bereichsleiter bei den SWN.

Das Gebiet umfasst etwa 3500 Quadratkilometer und damit fast ein Viertel der Landesfläche. „Der Ausbau wird uns noch fünf bis sechs Jahre beschäftigen. Aber auch jetzt schauen wir schon, was sonst noch in unser Konzept passt“, sagte Sasson. In Neumünster gibt es keine Minimal-Anschlussquoten wie auf dem Land. Nach Tungendorf und Einfeld wird nun die Gartenstadt mit einem Glasfasernetz durch die Stadtwerke erschlossen. In welchem Stadtteil es danach weiter gehen soll, werde jedes Jahr neu entschieden, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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