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Zooführung : Wie der Tierpark aus dem Winterschlaf erwacht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Besucher ließen sich erklären wie sich die Tierwelt auf die unterschiedlichen Jahreszeiten einstellen. Viele Tiere melden sich aus der Kälte zurück

Neumünster | Während die einen noch gähnen, klappern die anderen schon mächtig drauflos: Die innere Uhr der Tiere im Tierpark hat das Frühjahr eingeläutet. Passend zum meteorologischen Frühlingsanfang zeigte die zoologische Leiterin Verena Kaspari gestern in ihrer monatlichen Sonntagsführung den 20 regentrotzenden Neugierigen, warum Braunbär und Co. überhaupt Winterschlaf halten und wie Tiere sich nach dem Winter auf den Frühling vorbereiten.

„Verantwortlich für den Winterschlaf ist das sogenannte dritte Auge“, erklärte die Biologin. Die Hormondrüse sitzt im Schädel und reagiert auf die UV-Konzentration des Lichts. Werden die Tage kürzer, stellt sich der Hormonhaushalt um. Der sorgt dann zum Beispiel dafür, dass Braunbärin Püppi im Herbst beginnt, sich reichlich mit Nährstoffen zu versorgen und einen Fettmantel bildet. 15 bis 20 Kilogramm Nahrung hat Meisterin Petz pro Tag verputzt. Wenn sie aufwacht, hat sie etwa ein Drittel ihres Gewichts verloren und wiegt statt 170 nur noch 120 Kilogramm. „Sie tappst jetzt schon hin und wieder durch das Gehege, ist aber noch von der uns allen bekannten Frühjahrsmüdigkeit ergriffen“, meinte Verena Kaspari, die mit psychisch kranken Braunbären gelebt und gearbeitet hat. Sie wies außerdem darauf hin, dass Winterschlaf von Winterruhe und -starre klar zu unterscheiden ist.

Püppi und Eisbär Kap oder die bereits wachen pummeligen Waschbären ruhen lediglich, um sich im Notfall verteidigen zu können. „Eine kleine Haselmaus schläft tief und fest, ihre Körpertemperatur fällt bis auf ein Grad Celsius ab“, erklärte die Leiterin.

Erfreut betrachteten die Tierfreunde das Kranich-und Storchengehege, in dem zu den drei eigenen Störchen auch wieder drei bis vier Freiflieger im „Hotel Tierpark“ zu Gast sind. Neugierig näherten sich die langbeinigen Vögel, aber Adebar hatte gestern keine Lust, zu Klappern. „Das ist Teil des Balzverhaltens“, erläuterte die Biologin.

Die Brüder Paul (11) und Erik (7) aus Aukrug sind bereits zum zweiten Mal bei einer Sonntagsführung dabei. „Ich fand es sehr interessant. Dass sich Eisbären eine Fettschicht von bis zu fünf Zentimetern anfressen, wusste ich nicht. Und dass die Männchen manchmal die Kinder fressen, war mir auch neu“, sagte Paul.

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erstellt am 02.Mär.2015 | 06:45 Uhr

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