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20. Oktober 2017 | 00:30 Uhr

Bordesholmer See : Wie der See gesunden kann

vom

Hohe Nährstoffeinträge verunreinigen den See. Ein Ingenieurbüro lieferte jetzt Daten.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 08:02 Uhr

BORDESHOLM | Dem Bordesholmer See machen hohe Nährstoffeinträge zu schaffen. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus wurden jetzt erfolgversprechende Wege zur Gesundung des Gewässers vorgestellt.

Der See ist im Besitz des Landes. Untersuchungen des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) ergaben vor einigen Jahren, dass das Wahrzeichen der Gemeinde nicht mehr den Umweltzielen der Wasserrahmenschutzlinie entspricht. 1100 Kilo Phosphor werden pro Jahr dem See vor allem über den Kalbach zugeführt. Die Vorgabe eines vom Land mit 75 000 Euro geförderten Pilotprojektes hat zum Ziel, über Experten in Erfahrung zu bringen, mit welchen Lösungen sich der Nährstoffeintrag um 500 Kilogramm verringern lässt. Die Mitarbeiter des Ingenieurbüros Geries aus Ellerhoop erhielten vor zwei Jahren den Auftrag. Jetzt gab es erste Ergebnisse.

Hartmut Geries hielt dazu fest, dass nach Betrachtung und Bewertung der landwirtschaftlichen Flächen rechts und links des Kalbaches anbautechnische Maßnahmen die Nährstoffeinträge deutlich verringern können. Dazu gehört unter anderem die Integration des Maisanbaus in eine Fruchtfolge, die tiefere Einbringung von Gülle in die Böden, ein Anlegen von Gewässerschutzstreifen sowie Fließbarrieren, um das Abschwemmen von Boden bei starkem Regen zu vermindern. Auch ergaben die Untersuchungen, dass die Landwirte keineswegs die Hauptschuldigen sind. So weist das in Drainagerohre abfließende Wasser deutlich weniger Phosphatwerte auf als tiefere, wetterbedingte Abschwemmungen von Erdreich an den Uferbereichen. Die Mehrheit der Landwirte steht den Veränderungen aufgeschlossen gegenüber. Insgesamt 23 Betriebsbesitzer machten bei den Untersuchungen mit und nahmen an den Beratungen mit der Wasserschutzberaterin Anna-Gesa Becker vom Planungsbüro teil.

Die beteiligten Landbesitzer verfügen zusammen über rund 75 Prozent der Flächen am Kalbach. Die ausgewiesene Größe der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Einzugsbereich des Bordesholmer Sees beträgt rund 1000 Hektar. Heinrich Först, Bürgermeister der Gemeinde Hoffeld, berichtete, dass er sich inzwischen von der langjährigen Vorratsdüngung verabschiedet hat. Er düngt frisch auf den Punkt. "Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen ist das Ziel", unterstrich Först. Landwirt Sönke Harder stieg vom reinen Phosphor auf Volldünger um. Beide betonten, dass es Sinn macht, dem im Sommer auslaufenden Projekt neue Impulse zu geben. Doch darüber, so sagte Gudrun Plambeck vom LLUR, werde im Landesministerium entschieden.

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