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Plagegeister : Wespen haben jetzt Hochkonjunktur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wegen des milden Winters und nasskalten Frühlings sind zwar weniger Insekten unterwegs, dennoch sind sie manchmal eine schmerzhafte Plage

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2015 | 08:15 Uhr

Gebäck, Grillfleisch, Obst oder Limonade: Lebensmittel locken im Sommer immer wieder Wespen an. Vor allem im Spätsommer, wenn die Nester ihre volle Populationsstärke erreichen, werden die Wespen aktiv –  und für den Menschen oft lästig. Das merken im Moment auch die Neumünsteraner. Ob beim Bäcker, im Obstladen oder am Eisstand: Kaum hält man eine Süßigkeit in der Hand, sind die lästigen Plagegeister schon da und haben schnell zugestochen.

Dennoch sind in diesem Jahr laut Carsten Pusch vom Naturschutzbund Schleswig-Holstein weniger Insekten und Wespen als in den Jahren zuvor unterwegs. „Für Wespen war dieses Jahr eher durchschnittlich. Der feuchtwarme Winter hat die Verpilzung gefördert. Zudem sind die Königinnen aufgrund der milden Temperaturen zu früh wieder munter geworden und haben keine Nahrung gefunden“, erklärt der Insektenexperte. Besser seien für Wespen trockene und kalte Winter. „Sie können in der Kältestarre problemlos Temperaturen von minus 20 bis 25 Grad aushalten.“ Auch im Frühjahr hatten die Völker nicht genug Nahrung und konnten sich nicht entwickeln. „Wespen ernähren sich von Spinnen, Raupen oder Käfern. Da das Wetter für Insekten allgemein ungünstig war, fehlte den Wespen im Frühjahr die Nahrung“, sagte Pusch.

Vor allem Bäckereien und Cafés haben in Neumünster jetzt mit den Wespen zu kämpfen: „Beim Einpacken der Produkte muss man besonders aufpassen. Bisher gab es außer einem Stich keine Probleme. Ohne Wespen ist die Arbeit aber schon angenehmer“, berichtete Carina Habermann, Verkäuferin in der Bäckerei Andresen am Großflecken.

In der katholischen Kindertagesstätte St.-Elisabeth-Haus gab es bisher auch keine Zwischenfälle. „Wir sind auf Notfallsituationen vorbereitet, suchen regelmäßig das Gelände nach Nestern ab und essen sicherheitshalber drinnen“, sagt Dennis Ferner, pädagogischer Leiter der Kindertagesstätte.

Der Nabu erklärt jedoch: „Es gibt durchaus regionale Schwankungen.“ Während die Zahl der Wespen in Schleswig-Holstein in diesem Sommer durchschnittlich sei, gebe es im Bereich Hamburg ein erhöhtes Aufkommen.

 

 

 

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