Nordbau : Werbung um den Nachwuchs

Die Nordbau als Berufsfindungsmesse: Rudolf Schwabe von der Firma Krebs & Suhr (von links)  informierte Haussar Mahmoud und Sefa Cakir    über die Berufe des Straßen- und Rohrleitungsbauers.   Frank Schlemmer lobte das Nordjob-Konzept.
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Die Nordbau als Berufsfindungsmesse: Rudolf Schwabe von der Firma Krebs & Suhr (von links) informierte Haussar Mahmoud und Sefa Cakir über die Berufe des Straßen- und Rohrleitungsbauers. Frank Schlemmer lobte das Nordjob-Konzept.

Faszination Bauberufe: 1500 Schüler aus ganz Norddeutschland informierten sich gestern bei der Nordjob-Bau in den Holstenhallen

shz.de von
17. September 2013, 09:00 Uhr

Unter dem Motto „Faszination Bauberufe“ war die Nordbau gestern auch eine große Fachmesse für Ausbildungs- und Studiengänge in der Branche. Etwa 1500 Schüler aus ganz Norddeutschland in informierten sich bei der zweiten Auflage der „Nordjob-Bau“.

Zwei von ihnen waren die Achtklässler Sefa Cakir (14) und Haussar Mahmoud (15). Die Pestalozzischüler hatten sich für die vorab vereinbarten Gespräche bei Ausbildungsbetrieben sehr gut vorbereitet: „Wie groß ist die Firma, wo findet die Ausbildung statt, wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?“

Bei Rudolf Schwabe, Bauleiter bei Krebs & Suhr aus Neumünster, sammelten sie mit ihren interessierten Fragen gleich Punkte. „Die beiden haben sogar eine Bewerbungsmappe dabei, das macht einen guten Eindruck“, sagte Schwabe. Krebs & Suhr bildet Straßen- und Rohrleitungsbauer aus. „Der Königsweg für beide Seiten ist, über ein Praktikum auszuprobieren, ob es passt“, sagte Geschäftsführer Frank Schlemmer.

Firmen-Senior Karl-Heinz Schlemmer lobte das Konzept von Nordjob-Bau und brach eine Lanze für Hauptschüler, mit denen Krebs & Suhr gute Erfahrungen gemacht habe. „Motivation und Engagement sind wichtiger als gute Schulnoten“, so Schlemmer. 30 Schüler aus der Region hatten sich angemeldet. Bei den Stadtwerken waren es sogar mehr als 80 Termine. Dabei erklärten Azubis wie Dennis Geelhaar (20) Schülern wie Annika Brocks (16) aus Plön, wie es läuft. „Das ist auf Augenhöhe“, sagte SWN-Ausbildungsleiterin Erna Husser: „Die Schüler nehmen so mehr mit, und unseren Azubis macht es Spaß – sie sind die Experten.“

Dass der Bau schon heute um seine Fachkräfte von morgen kämpfen muss, spüren selbst innovative Vorzeige-Firmen wie die Bauwerft aus Großenaspe. Sie hat das SHeff-Zentrum auf dem Gelände der Holstenhallen gebaut. „Wir haben 2012 vier Ausbildungsstellen ausgeschrieben und konnten trotz Werbung auf allen Kanälen nur eine besetzen“, sagte Fabian Walberg. Die Firma sucht Verstärkung und will den Nachwuchs selbst ausbilden. Walberg: „Eine handwerkliche Ausbildung ist ein gutes Fundament für das ganze Leben.“

Beim Bauindustrieverband hat man den Ernst der Lage erkannt. „Alle Bau- und Baunebenberufe haben Nachwuchssorgen. Hier müssen wir gegensteuern, auch beim Image“, sagte Andreas Ketzner, der Leiter des Ausbildungszentrums Ahrensbök. Es ist schon seit mehr als 30 Jahren mit der „lebenden Baustelle“ auf der Nordbau vertreten. Auch die Dachdecker müssen sich strecken und werben mit einem Stand auf dem Freigelände um den Nachwuchs. „Auch Frauen haben gute Perspektiven“, sagte Johann Jung vom Berufsbildungsverein in Lübeck. Deike Mundt (18) aus Neumünster ist der Beweis. Jung: „Viele machen ihren Meister und führen einen Betrieb – oft besser als die Männer.“

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