Neumünster : Wer hilft mit bei der Chronik?

„Das historische Wissen und die vielen Geschichten dürfen nicht verloren gehen“: Wolfgang Wittchow zeigt einen seiner Bildbände „Damals – heute“. Inzwischen hat er viel mehr als nur alte Fotos gesammelt. Und er sucht Mitstreiter für eine Gadeland-Chronik.
„Das historische Wissen und die vielen Geschichten dürfen nicht verloren gehen“: Wolfgang Wittchow zeigt einen seiner Bildbände „Damals – heute“. Inzwischen hat er viel mehr als nur alte Fotos gesammelt. Und er sucht Mitstreiter für eine Gadeland-Chronik.

Wolfgang Wittchow (79) sammelt seit zehn Jahren Informationen über Gadeland. Doch vieles muss noch sortiert und gesichtet werden.

shz.de von
06. Juni 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Massenweise alte Fotos, aufgeschriebene Geschichten, Notizen, alte Landkarten, Firmenchroniken, Interviews mit Zeitzeugen, Ahnentafeln und alte Zeitungsberichte: Im Wohnzimmer von Wolfgang Wittchow türmen sich Berge von Material über die Geschichte Gadelands. Der Hobbyfotograf sammelt seit zehn Jahren alle möglichen Informationen über seinen Stadtteil. „Vieles ist jetzt schon vorhanden, aber es muss in eine Form gebracht werden. Ich würde gerne eine Chronik schreiben, das ist aber für mich allein zu viel. Ich suche Mitstreiter, die mir bei verschiedenen Dingen helfen“, sagt der 79-Jährige.

1979 zog der gebürtige Nortorfer, der beruflich die Technikabteilung des Friedrich-Ebert-Krankenhauses leitete, nach Gadeland. „Ich fing schon 1983 an, Bauernhöfe zu fotografieren, um sie festzuhalten, denn in meiner unmittelbaren Nachbarschaft brannte ein Bauernhof ab und ein anderer wurde abgerissen“, erinnert er sich. 2008 rief die Kirchengemeinde Bürger dazu auf, alte Fotos hervorzukramen. Pastor Martin Rühe digitalisierte diese und lud zu einer Bilderschau ein – als Alt-Gadelander in Erinnerungen schwelgend sie beschauten, kam der Pastor auf die Idee, Wittchow als Hobbyfotograf einzuspannen: „Ich sollte aktuelle Ansichten der alten Plätze machen.“

Daraus entstand eine Power-Point-Präsentation, die Wittchow seitdem ergänzte und aktualisierte – 454 Folien mit über 1000 Fotos sind fertig. Was mit einer „Damals- heute“-Kombination begann, ist jetzt durch viele weitere Informationen zum Grundstock einer Chronik geworden. „Inzwischen habe ich noch eine Firmenchronik von Fieroh erhalten, weitere vom Hotel Kühl und von der Gadelander Mühle sind angefragt, außerdem gehören zum Beispiel noch 737 Seiten mit handgeschriebenen plattdeutschen Notizen über Historisches von Johann Kohnert zu meinem Fundus, und ich habe einen alten Katasterplan vom Amt Bordesholm von der Gemarkung Gadeland“, sagt Wittchow, der nach einem Herzinfarkt und einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt. „Ich bin jetzt so weit gekommen, habe so vieles gesammelt – diese Schätze dürfen nicht verloren gehen. Geschichte ist wichtig, und einige Zeitzeugen sind schon gestorben. Diese Informationen muss man retten, vor allem, wenn man sieht, wie vor allem Ältere beim Anschauen der alten Fotos begeistert aus ihrer Kindheit erzählen“, sagt Wittchow. Viele hätten ihn gefragt, ob sie seinen Fotoband haben könnten.

Gadeland war ursprünglich ein selbstständiges Bauerndorf mit über 30 Anwesen; die erste Erwähnung von Gadeland stammt aus dem Jahr 1141 – 14 Jahre später als Neumünster. 1970 wurde Gadeland eingemeindet. Er wisse, dass das Anfertigen einer Chronik Jahre dauern könne – und suche nun Mitstreiter, die ihm kontinuierlich oder phasenweise helfen. „Das sollten auch gerne junge Leute sein, damit die Chronik weitergeführt wird, wenn ich nicht mal bin.“ Oberste Priorität hätten die Zeitzeugen, auch Geldquellen müssten gecheckt werden. Fachleute wie Bildgestalter, Layouter und zum Beispiel Geschichtsstudenten wären ebenfalls nötig. Er habe auch schon einen bestimmten Personenkreis angeschrieben – mit einem kleinen Erfolg: Ein Fachmann hilft beim Drucken der Chronik.

Wer Wolfgang Wittchow mit Ideen, Einsatz oder Geld unterstützen möchte, meldet sich unter Tel. 0172/4369453 oder per E-Mail (mw-wittchow@web.de).

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