Neumünster : Wer entsorgte illegal Eier in die Stör?

Einige der aus der Stör herausgefischten Eier fotografierten die Mitarbeiter der Stadt vor Ort.
Einige der aus der Stör herausgefischten Eier fotografierten die Mitarbeiter der Stadt vor Ort.

Gadelander entdecken Dutzende von Eiern im Fluss und alarmieren die Stadt.

Gabriele Vaquette2.jpg von
10. September 2019, 19:00 Uhr

Neumünster | Ein Fall von kurioser illegaler Entsorgung beschäftigt einige Gadelander Anlieger der Stör. Bei Spaziergängen entdeckten Friedrich-Wilhelm Rohlf und etwa zehn andere Passanten Dutzende von Eiern im Wasser – insgesamt etwa 100 Stück. „Die sind an einer Birke und im Ufergestrüpp hängengeblieben. Wer macht denn so etwas?“ fragt sich der 71-jährige Rohlf. Er und weitere Anlieger informierten die Stadt und erstatteten bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt.

Die Abteilung Natur und Umwelt der Stadt schickte vergangene Woche zwei Mitarbeiter zu dem Fundort, der in Höhe der Kummerfelder Straße 60/62 liegt.

Die Mitarbeiter waren an der Stör und haben sich umgeschaut. Sie haben Eier in Plastiktüten vorgefunden, es waren Eier unterschiedlicher Größe, die möglicherweise von einem Geflügelzüchter stammen. Jürgen Strube, Leiter der Abteilung Natur und Umwelt
 

17 Eier wurden sichergestellt, die inzwischen entsorgt wurden. Die Mitarbeiter hätten sich auch mit der Amtstierärztin und mit dem Geflügelzüchterverein in Verbindung gesetzt und recherchiert, welche Betriebe es in der Umgebung gibt.

Das alles ist sehr kurios und dubios, denn Eier könnte man problemlos in der Biotonne entsorgen. Diese Vorgehensweise erschließt sich uns nicht wirklich. Jürgen Strube, Leiter der Abteilung Natur und Umwelt
 

„Man kann nur spekulieren, denn es muss kein Betrieb in der Umgebung sein. Der Verursacher könnte auch herangefahren gekommen sein“, sagt Strube. Die illegale Entsorgung der Eier sei eine Ordnungswidrigkeit, „es liegen aber keine Anhaltspunkte für eine Umweltgefährdung oder Gewässerverunreinigung vor“, so Strube.

Zu den Eiern gehörten auch mehrere Tüten.
Stadt Neumünster
Zu den Eiern gehörten auch mehrere Tüten.
 

Auch Rohlf, der seit über 50 Jahren in Gadeland lebt und die Gegend wie seine Westentasche kennt, kann nur spekulieren: Etwa 800 Meter flussaufwärts ist ein Sperrwerk, was dafür spreche, dass die Eier unterhalb des Sperrwerks in den Fluss geworfen wurden, mutmaßt er und weist darauf hin, dass er auch einen toten Kormoran an der Stelle, wo die Eier angespült wurden, gesehen habe.

Die Tüte mit Pulver.
Friedrich-Wilhelm Rohlf

Die Tüte mit Pulver.

Er fand zudem Pulver zum Anreichern von Geflügelfutter sowie eine Kleintierstreu-Tüte – aber es ist noch nicht einmal sicher, ob diese in Verbindung mit den Eiern stehen.

Die Tüte mit Kleintier-Streu.
Friedrich-Wilhelm Rohlf

Die Tüte mit Kleintier-Streu.

 

Die Abteilung Natur und Umwelt behält den Vorgang im Auge. „Wenn dort wieder Eier angespült werden, reagieren wir. Doch aktuell kann man nicht mehr tun“, sagt Strube.

Wer etwas Verdächtiges an der Stör in dem entsprechenden Bereich in den vergangenen 14 Tagen gesehen hat, wird gebeten, sich bei Jürgen Strube unter Tel. 942-2700 zu melden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen