Wer die Musik bezahlt ...

rolf ziehm1

von
29. Juli 2015, 12:14 Uhr

Die Wirtschaftsagentur begreift sich als Dienstleister und Lotse zwischen Wirtschaft und Stadtverwaltung. Deshalb war es damals eigentlich auch die richtige Idee, die Wirtschaft mit ins Boot zu holen. Ja, die Stadt hat sich im Aufsichtsrat sogar mit deutlich weniger Sitzen begnügt, als ihr als Mehrheitsgesellschafterin eigentlich zugestanden hätten.Und das hat ja 13 Jahre lang von der Gründung der Wirtschaftsagentur bis heute auch ganz gut funktioniert. Jetzt sind die Gewichte verschoben worden. Die Kommunalpolitik hat sich – nahezu einmütig – mehr Einfluss gewünscht. Frei nach dem Motto: Wer die Musik bezahlt (oder besser: wer die Verluste ausgleicht), der bestimmt auch, welche Titel aufgelegt werden. Na ja, ganz so drastisch ist es denn doch nicht. Die Wirtschaft ist zwar nicht mehr Gesellschafter der Wirtschaftsagentur, bleibt aber im Aufsichtsrat vertreten – nur nicht mehr so dominant wie zuvor. Mit sechs von elf Aufsichtsratsmandaten hat die Stadt in Zukunft das Sagen. Ob und wie gut das funktioniert, muss sich noch zeigen.

Einen Vorteil hat die neue Konstruktion aber bestimmt: Das städtische Tourismusmarketing kann nun unter dem Dach der Wirtschaftsagentur in städtischer Regie organisiert und muss nicht ausgeschrieben werden.

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