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„Magic of the dance“ : Weniger wäre wohl mehr gewesen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

450 Gäste besuchten am Sonnabend die Tanzshow / Die ganz große Begeisterung in Holstenhalle 2 blieb aus

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2014 | 16:45 Uhr

Die tragische Geschichte eines ganzen Volkes, seine einzigartige Tanzkultur und dazu wunderbare Künstler, die diese Tradition bis heute aufrecht erhalten – man sollte meinen, dass daraus ein ergreifendes Programm entstehen könnte. Dem Tanzspektakel „Magic of the dance“ ist das am Sonnabend in der Holstenhalle 2 leider nicht wirklich gelungen.

Die Show fing mit großer Geste an. Zur englischsprachigen Begrüßung aus den Lautsprechern, die an einen Boxkampf erinnerte, schritten die Tänzer in dunklen Kutten und mit brennenden Fackeln über den Mittelgang der Halle auf die Bühne. Und hier wurde dann die Geschichte der irischen Auswanderer im frühen 20. Jahrhundert erzählt; singend, tanzend und mit bombastischen Licht- und Feuereffekten.

Mit viel Leidenschaft und in einem rasanten Tempo stellten die Künstler ihr großes Können unter Beweis. Partien, in denen ihre Stepps in eine Art Zwiegespräch mit Trommelrhythmen traten, waren äußerst beeindruckend. Doch davon gab es leider zu wenig. Oft störten unruhiges Scheinwerferlicht und zu laute Musik die Konzentration auf die ausgefeilten Tanzschritte. Für die Besucher war es schwierig, sich auf die einzelnen Partien einzulassen. Zu wenig Zeit ließen ihnen die unvermittelt einsetzenden Showeffekte. Auch die Choreografie war nicht immer nachvollziehbar. Was hatte etwa der ohne Frage gut gemachte Tanz auf den Ölfässern zu bedeuten? Beim Publikum hinterließ das zum Teil Unverständnis. Da half es auch nichts, dass einzelne Tänzer immer wieder durch die Reihen gingen, um das Publikum zum Klatschen zu animieren.

Die Künstler haben toll getanzt, aber den Verantwortlichen für die Showeffekte hätte ein wenig Zurückhaltung gut getan. Trotz vieler Flammen auf der Bühne und am Ende sogar brennender Schuhe als Zugabe sprang der Funke zum Publikum während der zweistündigen Vorstellung nicht wirklich über.

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