Stromsparen : Weniger Verbrauch ohne Verzicht

Margrit Hintz (von links) von der Verbraucherzentrale, Prof. Dr. Hans-Jürgen Block (SHeff-Zentrum) und Stadtwerkesprecher Nikolaus Schmidt zeigen, wie es geht: Wasserkocher und abschaltbare Steckerleisten sparen Energie.
Margrit Hintz (von links) von der Verbraucherzentrale, Prof. Dr. Hans-Jürgen Block (SHeff-Zentrum) und Stadtwerkesprecher Nikolaus Schmidt zeigen, wie es geht: Wasserkocher und abschaltbare Steckerleisten sparen Energie.

Aktion „Stromabwärts“ von SHeff-Zentrum, Verbraucherzentrale und Stadtwerken will die Bürger animieren, zehn Prozent weniger zu verbrauchen

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01. November 2013, 17:00 Uhr

Die Kampagne „Stromabwärts“ will möglichst viele Verbraucher anregen, 2014 zu ihrem persönlichen Stromsparjahr zu machen. „Die Strompreise können wir nicht ändern, aber am Verbrauch kann man drehen“, sagte Professor Dr. Hans-Jürgen Block vom Verein des Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrums (SHeff-Z). Es hat gemeinsam mit der Verbraucherzentrale und 17 regionalen Versorgern, darunter auch die Stadtwerke Neumünster, die Aktion ins Leben gerufen.

Schirmherr der Aktion ist der international renommierte Kieler Klimaforscher Professor Dr. Mojib Latif. Das Ziel ist es, mit einfachen Verhaltensänderungen und Maßnahmen, die nicht viel kosten, im kommenden Jahr mindestens zehn Prozent Strom einzusparen. Verbraucher können sich dafür im Internet unter www.stromabwaerts.de, aber auch bei den SWN, der Verbraucherzentrale oder im SHeff-Z anmelden, ihren bisherigen Jahresverbrauch und das persönliche Einsparziel angeben. Als Anreiz winken Preise wie eine Rheinkreuzfahrt, eine Raftingtour oder ein Elektrofahrrad. Die ersten 2000 Teilnehmer, die sich registrieren lassen, bekommen ein „Energiepaket“ mit kleinen Geschenken und einer Info-Broschüre.

„Das Spar-Potenzial ist vorhanden. Wir sind überzeugt: Es geht“, sagte Block und gab schon einmal drei praktische Tipps: Häufig brennende Lampen durch LED-Leuchten ersetzen, Standby durch abschaltbare Steckerleisten vermeiden und Wasser statt auf dem E-Herd mit dem Wasserkocher erhitzen. Weitere Hinweise gibt es im Verlauf der Aktion, die mit einem persönlichen „Logbuch“ Vergleichswerte und Prognosen zum Einsparkurs liefert.

„Das ist eine Motivation, die auch die jüngere Generation anspricht“, hofft Margrit Hintz von der Verbraucherzentrale. Die Internetwerkzeuge sollen den Verbraucher anregen, sich regelmäßig mit seinem Stromverbrauch zu beschäftigen. „Die Idee der Aktion ist nicht neu, aber neu ist das Medium Internet dabei. Das passt in die heutige Zeit“, sagte Kenneth Clausen von den Rendsburger Stadtwerken. „So macht Strom sparen Spaß“, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Für Schmidt sind die Energieeinsparung und effizientere Geräte wesentliche Elemente der Energiewende. Es genüge nicht, nur auf erneuerbare Energien zu setzen. Das meint auch Margrit Hintz: „Der Stromverbrauch in Deutschland ist wieder gestiegen. Die Klimaschutzziele sind so nicht zu erreichen.“ Man müsse das Verhalten des Verbrauchers schärfen, betont daher Frank Günther von den Versorgungsbetrieben Bordesholm. Sein Credo: Man kann durch den bewussten Umgang mit Energie sparen, ohne den Lebensstandard einschränken zu müssen.“

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