zur Navigation springen

Wankendorf : Weniger Lehrer: „Die fetten Jahre sind vorbei“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Plöner Schulrat sprach über die Zwergschulen.

Seit Mai ist der Plöner Schulrat Stefan Beeg im Amt. Donnerstag fand er die Zeit, sich im Amt Bokhorst-Wankendorf vorzustellen und hier auch eine Stellungnahme zu den kleinen Schulstandorten im Amtsbereich abzugeben. Die Besonderheit im Amt Bokhorst-Wankendorf: Von den sieben Zwergschulen, die im Kreis Plön als Außenstellen größerer Schulen geführt werden, liegen vier allein im Amt Bokhorst-Wankendorf: Schipphorst, Hüttenwohld, Großharrie und Stolpe.

„An insgesamt 39 Standorten werden im Kreis Plön rund 10 000 Schüler von etwa 950 Lehrern betreut“, sagte Beeg. Mit 37 Schülern in Hüttenwohld, 34 in Großharrie, 42 in Schipphorst und 56 in Stolpe sind die kleinen Dorfschulen zwar zahlenmäßig kein großes Gewicht auf der Waage, das Thema stehe aber landesweit durchaus oben auf der Agenda, meinte Beeg. An der häufig diskutierten Untergrenze von 40 Schülern an einem Standort will Beeg die Frage nach dem Erhalt oder einer Schließung nicht festmachen. „Die Tatsachen dürfen aber nicht übersehen werden“, schränkte Beeg ein. Dazu gehöre die Lehrerzuweisung durch das Land. „Die fetten Jahre sind vorbei“, kommentierte Plöns neuer Schulrat die Situation der Lehrerzuweisung. 1,07 Lehrerstunden pro Schüler ist die Messzahl. Das macht bei 40 Schülern 42,80 Wochenstunden. Reicht die Kopfzahl nicht, müssen die Stunden vom Hauptstandort abgezweigt werden. Das sei ein Problem.

Außerdem sei es fraglich, ob eine Grundversorgung künftig noch reiche. Zusatzangebote seien bei knapper Stundenzuweisung jedenfalls kaum leistbar. Daneben fehlen der Austausch mit Parallelklassen und viele kleine Dinge mehr. Dagegen stehe der Vorteil, in einer schnelllebigen und medienüberfrachteten Zeit einen Gegenpol mit einem besonderen Gewicht zu bilden. Wenn es aus Sicht der Kinder allerdings keinen Sinn mehr macht, werden wir das Thema hier neu diskutieren, schloss Beeg mittelfristig Standortveränderungen nicht aus. „Ich finde es fair, das Thema im Interesse der Kinder von allen Seiten zu betrachten“, sagte Beeg. Bedenklich sei zu dem Thema auch der Umstand, dass der Kreis Plön den dritthöchsten Schülerrückgang aller Kreise im Land verzeichne.

Neben dem Thema der kleinen Schulen stand die neue europäische Förderperiode für den ländlichen Raum durch die Aktivregionen zur Diskussion im Geschäftsausschuss des Amtes. Neu ist hierin unter anderem der Förderbereich Bildung, der einen Anteil von zehn Prozent der Gesamtförderung ausmacht, erklärte Günter Möller von der Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz, die für das Amt Bokhorst-Wankendorf zuständig ist. In den letzten sechs Jahren konnten mit einem Grundbetrag von zwei Millionen Euro aus den Fördertöpfen der europäischen Landwirtschaft insgesamt rund sieben Millionen Euro Fördergeld für die Region bereitgestellt werden, informierte Möller. Für die neue Förderperiode von 2015 bis 2023 ist auch eine gemeinsame Beteiligung der Gemeinden und des Landes an der Kofinanzierung von Projekten in privater Trägerschaft vorgesehen, über die in den Gemeinden abgestimmt werden muss. Außerdem wurde eine Stellungnahme des Amtes zur geplanten Erhöhung der Kreisumlage verabschiedet. Dass diese voraussichtlich den Großteil der für die Gemeinden erwarteten Mehreinnahmen aus dem Finanzausgleich wieder auffresse, sei bedauerlich, meinte der Ausschussvorsitzende Holger Bajorat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen