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Schuljahr 2016/17 : Weniger Anmeldungen an Gymnasien

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gemeinschaftsschulen legen zu. Zahl der Fünftklässler liegt konstant bei 884 Schülern

von
erstellt am 24.Mär.2016 | 07:15 Uhr

Neumünster | Jahrelang gab es einen eindeutigen Trend zum Gymnasium. Der scheint in Neumünster vorerst gestoppt. Erstmals gingen die Anmeldezahlen für die vier Oberschulen im Vergleich zum Vorjahr von 431 auf 414 zurück. An den Gemeinschaftsschulen wird es dagegen im neuen Schuljahr mehr Fünftklässler geben. Die Anmeldezahl stieg von 454 auf 470 Schüler.

Das Plus von 26 Schülern oder 13 Prozent entspricht einer Schulklasse und geht auf einen Zuwachs bei den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe zurück. Denn insgesamt blieb die Zahl der Fünftklässler mit 884 (Schuljahr 2015/16: 885) konstant.

Daraus eine Trendumkehr abzuleiten, ist aber schwierig. Die Situation im Land zeigt kein einheitliches Bild. Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein 202 Aufnahmen mehr an den Gymnasien (+2 Prozent), aber nicht nur in Neumünster, sondern auch in Lübeck und vier Kreisen gingen die Zahlen zurück.

Eine Tendenz bestätigt sich dagegen auch in Neumünster: Die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe sind eine wachsende Schulart. So waren die Gemeinschaftsschulen Brachenfeld und Faldera wie stets sehr stark gefragt und schon im ersten Anlauf dicht. Auch nach der Berücksichtigung der Zweit- und Drittwünsche der Eltern gibt es an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien noch freie Kapazitäten. „Das passt schon gut in Neumünster“, sagte Schul-Fachdienstleiterin Gabriele Bartelheimer. „Wir haben 2016 nicht mehr ganz so extreme Unterschiede, was das Platzangebot und die Nachfrage betrifft“, sagte Schulrat Jan Stargardt. An der Hans-Böckler-Schule und der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld gingen die Zahlen (siehe Infokasten) deutlich nach oben. „Die Anmeldezahlen an der Wilhelm-Tanck-Schule blieben dagegen unter den Erwartungen, keine Frage. Aber keine Schule muss sich Sorgen machen“, sagte Stargardt.

Die Schülerzahlen werden allein schon durch die feste Aufnahme von Flüchtlingen in der Stadt im kommenden Jahr steigen, ist Stargardt überzeugt. „Wir wollen gerüstet sein und überlegen, ein weiteres Zentrum für Deutsch als Zweitsprache für die Klassen 5 bis 10 einzurichten“, sagte er. Auch die Gymnasien und die Gemeinschaftsschulen Faldera und Brachenfeld mit ihren Oberstufen seien da „mit im Boot“, so Stargardt. Bisher gibt es ein solches Daz-Zentrum für den Sekundarbereich I nur an der Helene-Lange-Schule. Stargardt: „Das wird nicht reichen.“

Die Schulen der Stadt beschäftigen sich zudem immer mehr mit der Inklusion. Jede Gemeinschaftsschule hat inzwischen zwei sogenannte I-Klassen. 51 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in zwölf integrativen Maßnahmen gemeinsam unterrichtet. Stargardt: „Die Schulen in Neumünster werden inklusiver, in gleicher Weise nimmt die interne Beschulung an den Förderzentren ab.“

Anmeldungen Fünftklässler 2016/2017

Gemeinschaftsschulen:

 Freiherr-vom-Stein-Schule:

 61 Schüler (Vorjahr: 46);  2 integrative Maßnahmen mit 7 Schülern.

 Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld:  61 Schüler (Vorjahr: 44);  2 integrative Maßnahmen mit 10 Schülern.

 Hans-Böckler-Schule:  67 Schüler (Vorjahr: 69);  2 integrative Maßnahmen mit 7 Schülern.

 Wilhelm-Tanck-Schule:  44 Schüler (Vorjahr: 59);  2 integrative Maßnahmen mit 9 Schülern.

 Gemeinschaftsschule Faldera: 93 Schüler (Vorjahr: 92);  2 integrative Maßnahmen mit 8 Schülern.

 Gemeinschaftsschule  Brachenfeld:  144 Schüler (Vorjahr: 144);  2 integrative Maßnahmen mit 10 Schülern.

Gymnasien:

 Alexander-von-Humboldt-Schule:  130 Schüler (Vorjahr: 136).

 Immanuel-Kant-Schule: 88 Schüler (Vorjahr: 88).

 Holstenschule: 99 Schüler (Vorjahr: 116).

 Klaus-Groth-Schule: 97 Schüler (Vorjahr: 91).


 

Standpunkt

Wunsch weicht Einsicht

Der Elternwunsch nach einem hohen Bildungsabschluss ihrer Kinder ist verständlich. Das erklärt den Ansturm aufs Gymnasium, der nach dem Wegfall der Schulartempfehlung 2015 einen Höhepunkt erreichte. Das hat sich wieder ein wenig gegeben. Das ist auch gut so. Keinem Schüler, der früher eine Hauptschulempfehlung erhalten hätte, ist mit dem Besuch des Gymnasiums gedient. Hier scheinen Eltern einsichtiger geworden zu sein und die Beratungen der Schulen zu fruchten. Wichtiger als das Prestige einzelner Schularten ist die Durchlässigkeit des Schulsystems, also dass es nach jedem Abschluss eine Anschlussmöglichkeit gibt.

 

 

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