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Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 04:58 Uhr

Wenig Interesse an Fragen zu Europa

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Diskussionsrunde des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Europawahl war nur spärlich besucht

Zu einer Diskussionsrunde zur bevorstehenden Europawahl lud der DGB-Stadtverband ins Kiek In ein. Doch das Interesse an dem Thema „Europa – marktradikal oder sozial“ war mäßig.

Lediglich 25 Gäste wollten hören, was Martin Tretbar-Endres (SPD-Kandidat für das Europaparlament), Babett Schwede-Oldehus (CDU-Fraktionsvorsitzende), Rasmus Andresen (Landesvorstand Grüne), Stefan Karstens (Linke), Martina Pöser (Europaabgeordnete der Piraten) und Reinhard Ruge (FDP- Kreisvorstand) zu sagen hatten.

Mit der Frage, ob das Sozialmodell Europas Geschichte sei, stieg Moderator Bernd Schauer (DGB) in die Diskussion ein. Während Karstens gegen den „Marktradikalismus“ wetterte, waren die anderen unisono der Meinung, dass es notwendige und zahlreiche Veränderungen geben müsse, um in Europa soziale „Mindest-Standards“ durchzusetzen. In einer zweiten Runde ging es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit an jedem Ort in Europa. Ruge verwies auf „mexikanische Wanderarbeiter“, um die Unterschiede, die der Markt bestimmt, zu benennen. Europäische Bürger hätten gleiche Rechte und Pflichten, sagten dagegen die anderen. Um Missbrauch einzudämmen, traten Tretbar-Endres und Martina Pöser für stärkere Kontrollen ein. Beide sagten aber auch, dass das so schnell nicht zu lösen sei.

Bei einem dritten Thema unter dem Motto „Starker Euro – starkes Europa“ ging es letztlich um die Folgen der Bankenkrise als Ursache für zahlreiche tiefgreifende soziale Folgen in europäischen Ländern. Hier ging es lebhafter zu. Es argumentierten die „Sparer“ gegen die Vertreter nachhaltiger Investitionsprogramme.

Erstaunlicherweise zog sich dann die Diskussion über ein mögliches zurzeit ausgesetztes Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA ungemein in die Länge. Ob die bisherigen Vorverhandlungen transparent waren oder nicht, darüber stritten Gäste und der SPD-Vertreter mit den Linken und Grünen. Als Babett Schwede-Oldehus meinte, dieses Abkommen „sei kein Wunschkonzert der Konzerne“, regte sich Unmut unter den Gästen. Überzeugen, dass so ein Abkommen vorteilhaft für alle Menschen in Europa sei, konnten die Diskutanten nicht.

Schließlich ging es auch noch um den Konflikt in der Ukraine. Auch hier gab es unterschiedliche Meinungen der Diskussionspartner, wie die Krise schnell beigelegt werden kann.

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