zur Navigation springen

Boostedt : Wellensittiche und Wachteln in Scharen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ernst Ziemer züchtet seit fast 50 Jahren in seinem Garten in Boostedt Vögel.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 05:30 Uhr

Boostedt | Er hat ein durchaus ungewöhnliches Hobby: Seit fast 50 Jahren züchtet der Boostedter Ernst Ziemer (80) Vögel. Mittlerweile hat er sich den Wellensittichen und Wachteln verschrieben.

Angefangen hatte alles vor einem halben Jahrhundert mit einem neuen Domizil. „1965 haben wir hier am Friedhof gebaut, und zu gleicher Zeit wurden auch die Volieren im Garten erstellt“, erzählt der Boostedter von den Anfängen seines Hobbys. „Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden und habe von klein auf mit Tieren zu tun gehabt. Als Erwachsener wollte ich nach Feierabend etwas ganz anderes machen als die Arbeit in meinem Beruf als Bohrwerksdreher“, begründet er den Beginn seiner Leidenschaft. Zunächst züchtete er Fasane und Brieftauben. Doch die waren ihm bald zu groß. Ernst Ziemer unterteilte deshalb seine Volieren in Einzelzuchtställe, in Ställe mit vier Brutkästen sowie in Volieren für Jungvögel und setzte Wellensittiche hinein.

Zurzeit beherbergt Ziemer 29 Wellensittich-Paare, die er im Frühjahr so zusammenstellt, dass er bestimmte Farbkombinationen bei den Nachkommen erzielt.

„Manche Weibchen sind so aggressiv, dass sie in Einzelzuchtställen untergebracht werden müssen, weil sie sonst die Brut anderer Weibchen vernichten würden“, erklärt Ziemer. Wellensittiche, die er selbst für die Zucht nicht weiter halten will, gibt er an Freunde, Bekannte oder auch an Zoohandlungen in Kiel, Bad Bramstedt oder Kaltenkirchen ab.

Dass auch immer Wachteln als Bodenläufer in den Volieren leben, ist kein Zufall. Sie nehmen nämlich das Futter auf, das die Wellensittiche fallen lassen. In jedem Stall gibt es ein Pärchen chinesische Zwergwachteln. Ihnen steht ein „Kinderzimmer“, eine Art Vogelhäuschen-Würfel mit einer Kantenlänge von 15 Zentimetern zur Verfügung, in dem sie ihre Eier legen und ihre Jungen großziehen. „In diesem Jahr sind schon rund 60 Junge durch eine Naturbrut (ohne Brutmaschine) auf die Welt gekommen“, erzählt der Züchter stolz.

Täglich kann Ziemer rund zehn Wachteleier aus den Brutkästen holen. Sie wiegen nur rund zehn Gramm und sind, zwei Minuten gekocht, eine Delikatesse. „Außerdem sind sie die cholesterinärmsten Eier, die es gibt“, weiß Ziemer. Früher hat er die Wachteleier sogar an Spezialitätenrestaurants verkauft. Heute „vernascht“ er sie zusammen mit seiner Ehefrau Ellna (78) lieber selbst.

Ellna Ziemer hat mit dem Hobby ihres Mannes nichts zu tun. Sie füttert die Tiere höchstens, wenn ihr Mann einmal nicht zu Hause ist. Und wenn beide in Urlaub fahren, muss Tochter Karen sich um große Vogelschar kümmern.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen