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Ehndorf : Welle der Empörung nach dem Tod des Pferdes

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Drei Stunden vor dem Vorfall war die Herde im Ehndorfer Moor noch überprüft worden. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 07:00 Uhr

„In so einer sadistischen Art und Weise einem Tier Schaden zuzufügen, zeugt von einer hohen Gewaltbereitschaft“, sagt der Ehndorfer Islandpferdezüchter Daniel Schulz (37). Über den Verlust eines seiner einjährigen Stutfohlen ist er tief erschüttert. Die Jährlingsstute Njàla vom Heesberg mit einem Marktwert von etwa 5000 Euro war für den erfolgreichen Züchter Schulz eine Hoffnungsträgerin, zumal ein Bruderhengst in diesem Jahr als bestes Hengstfohlen ausgezeichnet wurde. Auch auf der Courier-Facebookseite gab es eine Welle der Empörung mit bisher 45 Kommentaren.

Wie bereits gestern berichtet, hatte ein Nachbar am Montag gegen 15.50 Uhr auf der Weide im Ehndorfer Moor an einer Radio-Sendestation das verendete Tier gefunden. Nur drei Stunden zuvor hatte ein Gestütsmitarbeiter die insgesamt 40 Islandpferde auf der Weide überprüft und konstatiert, dass alle wohlauf sind. „Die Pferde werden mehrmals täglich in unregelmäßigen Abständen aufgesucht, damit wir wissen, ob alles in Ordnung ist“, erklärte Schulz.

Seiner Aussage nach wurden am Fundort des Tieres, das in unmittelbarer Nähe der Einfriedigung verendet ist, insgesamt 20 weiße Kugeln mit einem Durchmesser von sechs Millimetern gefunden, die aus einer Softairwaffe stammen. Während des Transportes noch vor dem Eintreffen der Polizei fielen weitere Kugeln aus dem Fell des Tieres im Bauchbereich. Äußerlich waren keine Verletzungen vorhanden. Fußspuren im Gras am Tatort deuten für Daniel Schulz darauf hin, dass jemand über das Gelände der Sendestation bis an die Einfriedigung gegangen sein muss, um gezielt auf das Stutfohlen zu schießen.

„Höchstwahrscheinlich ist die Jungstute durch den Beschuss derart in Panik geraten, dass sie einen Kreislaufzusammenbruch erlitt, der zum Herzstillstand führte. Darauf deutet Lungensekret hin, das aus der Nase herausgetreten ist. Ein Jäger erzählte mir, dass, wenn mit einer Schrotladung auf einen Hasen geschossen wird, nicht die Kugeln, sondern die Schockwirkung zum Tode führt. Bei der Vielzahl der im ganzen Umfeld verstreut liegenden weißen Kugeln ist zu vermuten, dass dieser Täter entweder ein Schnellfeuer- oder so eine Art Schrotgewehr benutzte“, so Schulz. Softairwaffen mit einer Geschossenergie von maximal 0,5 Joule können Jugendliche bereits mit 14 Jahren (mit Altersnachweis) kaufen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel wurde ein Veterinär mit der Ermittlung der Todesursache beauftragt.

Seit vier Jahren passieren immer wieder Straftaten in Ehndorf: Damals wurde Daniel Schulz eine Jungstute von der Weide gestohlen. Der Verbleib des Tieres ist bis heute ungeklärt. In den zurückliegenden zwei Jahren wurden bei ihm und zwei anderen Züchtern in Ehndorf auch Zäune durchschnitten und Tore geöffnet. Darüber hinaus trieben Unbekannte die Tiere zusammen und pferchten sie auf der Weide ein. Gestohlen wurden auch sechs Stromgeräte für Zäune zum Stückpreis von rund 500 Euro. Nach Informationen unserer Zeitung wurde eines dieser Elektrogeräte bei Ebay angeboten und ersteigert.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Polizei Aukrug ermittelt im aktuellen Fall wegen Tierquälerei. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat Daniel Schulz nun eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Um die Behörden bei ihrer Arbeit zu unterstützen, hat außerdem die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Deutschland eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt. „Diese brutale Tat muss geahndet werden“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes.“

Wer Verdächtiges im Bereich Ehndorfer Moor/Sendeanlage beobachtet hat oder ansonsten Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Aukrug unter Tel. 0 48 73/3 10 zu melden.








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