Neue Verkehrsplanung : Weitere Spur für die Altonaer Straße?

Mit zusätzlichen Abbiegespuren zur Tankstelle, zu McDonalds und dem Südbahnhof (hinten rechts) könnte der Verkehr auf der Altonaer Straße entzerrt werden.
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Mit zusätzlichen Abbiegespuren zur Tankstelle, zu McDonalds und dem Südbahnhof (hinten rechts) könnte der Verkehr auf der Altonaer Straße entzerrt werden.

Wenn hinter der Jet-Tankstelle wie geplant eine Waschstraße kommt, könnte es eine Abbiegespur geben. Der Lärmschutz soll 2015 erneuert werden.

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26. Juni 2014, 05:30 Uhr

Neumünster | Hinter der Jet-Tankstelle an der Altonaer Straße soll eine neue Fahrzeug-Waschanlage entstehen. Das teilte Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen, am Dienstagabend im Stadtteilbeirat Wittorf mit. Der Stadt liege ein entsprechender Bauantrag vor, der jetzt bearbeitet werde. Damit bestätigte Schnittker Gerüchte, die schon seit einer Weile im Stadtteil aufgekommen waren.

Ob es sich, wie vermutet, um eine Waschstraße handelt, die auch von Lastern genutzt werden kann, konnte Schnittker nicht sagen. Unklar sind auch noch die Ausmaße der neuen Anlage auf dem rund drei Fußballfelder großen Areal zwischen der AKN-Linie und den Störwiesen sowie der Betreiber. Auf eine Anfrage des Couriers teilte Carsten Reichelt, Pressereferent der Jet Tankstellen GmbH in Hamburg, gestern mit, es gebe kein derartiges Projekt seines Unternehmens.

Genauer hörten die knapp 20 Besucher der Beiratssitzung hin, als Schnittker die mögliche Verkehrsplanung auf der Altonaer Straße erläuterte. Demnach kann sich die Stadt nach der Genehmigung der Waschanlage eine dritte Spur zwischen dem Grünen Weg und dem Südbahnhof vorstellen. „Denkbar ist stadtauswärts eine Linksabbiegespur sowohl zum Südbahnhof als auch zu McDonalds und zur Jet-Tankstelle. So kann man Staus vermeiden“, sagte der Fachdienstleiter. Dafür müssten seinen Angaben zufolge dann aber mehrere Bäume an der historischen Allee fallen. „Wir halten aber an dem Konzept einer kompletten Wiederherstellung der Allee fest. Ersatzpflanzungen wird es in anderen Lücken geben“, so Schnittker. Kosten für die Anlieger schloss er kategorisch aus. Wenn aber der Betreiber der Waschstraße ein berechtigtes Interesse an einer Abbiegespur habe, werde er sich finanziell beteiligen müssen. Für das geräumte und brachliegende Gelände gab es bereits mehrmals Pläne. So wollte ein Investor dort bereits Wohnungen errichten, ein Supermarkt an der Stelle war bereits ebenfalls im Gespräch.

Neuigkeiten brachte Schnittker auch zum Lärmschutzwall an der Altonaer Straße in Höhe der Einmündung zur Oderstraße mit. Dort sollten schon im vergangenen Jahr die auf Privatgelände stehenden Betonringe durch eine Wand ersetzt werden. Doch die Anwohner weigerten sich, weil sie nicht die Pflege und Unterhaltung eines neuen Lärmschutzes übernehmen wollen (der Courier berichtete). Nun seien die Anwohner bereit, der Stadt Teile ihrer Grundstücke zu überlassen, teilte Schnittker mit. Damit werde die Stadt Eigentümer der Wand.

Geplant sind einseitig geriffelte, 3,80 Meter hohe und am Fuß 1,60 Meter breite Betonelemente, die auf einem mindestens 70 Zentimeter hohen Fundament stehen. Anpflanzungen soll es nicht geben. „Das erledigt die Natur von alleine“, so Schnittker. Nun müssen noch die Verträge mit den Anwohnern geschlossen werden, und der Bauausschuss muss zustimmen. Dann will die Stadt einen neuen Bauantrag stellen. Im kommenden Sommer soll die neue Wand dann stehen.

Kommentar

Wenn das mal alles so kommt

Eine große Lkw-Waschstraße, eine neue Fahrspur auf der Altonaer Straße und womöglich neue Zufahrten zu den Anliegern: noch sind das alles ungelegte Eier. Und wer weiß, ob das tatsächlich alles so kommt. Es möge nicht falsch verstanden werden: Es ist vorbildlich und lobenswert, dass die Stadt hartnäckige Gerüchte, die in Wittorf kursierten, aufgreift und beantwortet – mit der gebotenen Vorsicht. Nun weiß jeder, woran er ist. Doch viele Fragen sind logischerweise noch offen. Wer betreibt überhaupt die Waschstraße hinter der Jet-Tankstelle, wenn es das Unternehmen nicht selbst ist? Wie groß und wie laut wird eine solche Anlage? Ist eine verbreiterte Straßenführung überhaupt möglich? Das alles kann erst beantwortet werden, wenn der Bauantrag genehmigt ist, die Detailplanung läuft und der Investor seine Pläne vorstellt. Das kann schnell gehen, kann sich aber auch hinziehen. Ob der Standort ein gutes Geschäft verspricht, sei mal dahingestellt. Im näheren Umkreis gibt es schließlich bereits weitere Waschstraßen und -anlagen – allerdings nicht für größere Laster.

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