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Nach dem Anschlag : Weihnachtsmarkt unter Polizeischutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kerzen und eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer von Berlin. Ordnungshüter wollen auch beim Turmblasen massiv Präsenz zeigen

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der Anschlag in Berlin hat auch in Neumünster Trauer, Anteilnahme und Fassungslosigkeit ausgelöst. Und er hat die Polizei zu besonderen Sicherheitsvorkehrungen greifen lassen. Bereits gestern Nachmittag patrouillierten mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte auf dem Weihnachtsmarkt, am frühen Abend dann auch auf der Kieler Brücke.

Vor dem Rathaus waren die Fahnen von Neumünster, Schleswig-Holstein, Deutschland und der Europäischen Union auf Halbmast gehisst. Auf dem Weihnachtsmarkt war von freudiger Erwartung der Festtage wenig zu spüren. Die Schausteller wie Nina Mansour-Frakowiak am Zuckerwarenstand hatten Kerzen mit dem Schriftzug „Wir trauern um die Opfer von Berlin“ aufgestellt.

Um 18 Uhr baten dann Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, Propst Stefan Block, Schausteller und Vertreter aus Politik und Vereinen auf der Eisbahn die Besucher des Weihnachtsmarkts, einen Moment innezuhalten. An den meisten Ständen wurde die Weihnachtsbeleuchtung heruntergedimmt oder ganz ausgeschaltet.

„Der Terror ist im Herzen unserer Gesellschaft, in Deutschland und auch in Neumünster angekommen“, sagte OB Tauras und mahnte, zusammen zu stehen für ein tolerantes und offenes Miteinander. „Wir sind verbunden in Entsetzen und Traurigkeit“, sagte Propst Block und versuchte, mit einem Bibelwort Mut zu machen: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Laut Polizeisprecher Sönke Hinrichs muss auch in Neumünster nach den Richtlinien des Landes die Lage neu bewertet werden. Das erfolge in Kooperation mit dem Ordnungsamt, hieß es. Das zeigte auch bislang schon täglich mit ihrem Kommunalen Ordnungsdienst Flagge auf dem Weihnachtsmarkt und werde das auch weiterhin tun, erklärte der zuständige Fachdienstleiter Udo Wachholz. Es sei jetzt an der Polizei, die Lage zu beurteilen und Sicherheitsvorkehrungen zu empfehlen.

„Wir werden die polizeiliche Präsenz mit bewaffneten Kräften auf dem Weihnachtsmarkt intensivieren“, sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs gestern auf Anfrage. Gleiches gelte aber je nach Einschätzung auch für „andere neuralgische Punkte mit symbolischem Charakter“, sagte der Polizeisprecher. Das könnte zum Beispiel auch das Turmblasen sein. Für die Bevölkerung gelte es, wachsam zu sein und Verdächtiges der Polizei zu melden. „Das bringt mehr, als in sozialen Netzwerken Unruhe zu stiften“, sagte Hinrichs.

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