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Holsten-Galerie : „Weihnachtsgeschenk“ oder „Todesstoß für die Innenstadt“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Parteien und Verbände stehen dem ECE-Einkaufszentrum unverändert kontrovers gegenüber.

von
erstellt am 07.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Neumünster | Auf Seiten des Investors ECE hat das Einkaufszentrum „Holsten-Galerie“ am Donnerstag die letzte Hürde genommen (der Courier berichtete). Parteien und Verbände sehen das 145-Millionen-Euro-Projekt aber weiterhin kontrovers. Der Courier befragte Kritiker und Befürworter.

Zu letzteren gehört die Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Neumünsters IHK-Geschäftsführer Rainer Bock sprach von einer „ausgesprochen positiven Entscheidung für Neumünster. Sie wird die Zentralität als Oberzentrum und die Innenstadt stärken.“ Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Unternehmensverbands Mittelholstein, Jens van der Walle: „Das ist für die Stadt und die Region das richtige Signal, dass es weiter vorangeht.“ Für Gerd Grümmer, Vizepräsident des Einzelhandelsverbands Nord, ist das grüne Licht von ECE ein „Meilenstein für Neumünster. Ich kann nur allen gratulieren, die daran mitgewirkt haben.“

Bei der CDU freuten sich der Kreisvorsitzende Wolf Rüdiger Fehrs und die Ratsfraktionsvorsitzende Babett Schwede-Oldehus über „ein tolles Weihnachtsgeschenk für Neumünster und seine Bürger“. Das Einkaufszentrum werde einen „langfristigen Schub“ für die Stadt auslösen und der Innenstadt Impulse geben, die weit über die Stadtgrenzen hinaus zu spüren sein werden. FDP-Fraktionschef Stefan Kommoß gab seiner Freude kurz und knapp Ausdruck: „Fantastisch, klasse. Was lange währt, wird endlich gut.“

Die SPD bleibt dagegen zurückhaltend: „Wir bleiben skeptisch, ob das Einkaufszentrum eine Bereicherung für Neumünster ist“, sagte Fraktionschef Uwe Döring. Wesentlich für ihn ist, dass nun etwas für die Entwicklung des Großfleckens getan wird. Döring: „Der Handel ist zunächst selbst gefordert, aber die Stadt muss das flankieren und unterstützen.“ Auch müssten die Verkehrsprobleme gelöst werden und „ECE den finanziellen Beitrag leisten, zu dem es sich verpflichtet hat“.

Für Jörn Seib (Bündnis für Bürger/Piraten) ist mit der ECE-Entscheidung der „Todesstoß für die restliche Innenstadt gefallen“. Bis sich der Handel davon erhole, werde es Jahrzehnte dauern. Bei der Linken ist der Standpunkt unverändert. „Dieser Klotz gehört nicht ins ‚Dorf‘, weil die Infrastruktur der Innenstadt so eine Einkaufszentrum nicht verträgt. Die Leute aus dem Umland kommen nicht hierher, um im Stau zu stehen“, sagte Ratsherr Jonny Griese.

Die Bürgerinitiative Großflecken werde weiter am Ball bleiben, sagte ihr Sprecher Christian Busch. Er hält das Einkaufszentrum „rechtlich in vielerlei Hinsicht für fragwürdig“. Die Grünen waren und sind beim Thema Einkaufszentrum gespalten. Fraktionschef Thomas Krampfer hatte im März im Rat gegen das Center votiert und empfindet jetzt „keine Freude, aber auch keine Trauer“.

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