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Heiligabend : Weihnachtliche Stimmung beim (S)Turmkonzert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 4000 Menschen versammelten sich am Heiligen Abend auf dem Großflecken, um das Turmkonzert zu hören

von
erstellt am 27.Dez.2013 | 05:45 Uhr

Mit großen Augen schaute Emma (4) den großen Mann mit Rauschebart und rotem Mantel an: Das war also der Weihnachtsmann? „Kuddel“ alias Karl-Heinz Krebs beschenkte am Heiligabend die kleine Besucherin des Turmkonzerts, die mit ihrer Mutter Sandra Schenkel aus Gadeland und ihrer Tante Martina Neve extra auf den Großflecken gekommen war, um das weihnachtliche Kult-Spektakel zu erleben. „Die Lütte soll das mal sehen, außerdem trifft man immer nette Leute“, sagte Sandra Schenkel. Den Textzettel zum Mitsingen hatte sie auch schon griffbereit – wie viele der mehr als 4000 Menschen, die sich vor den Türmen der Holstenstraße versammelt hatten. Es war ein Konzertgenuss ohne Motorenlärm: Die Zone zwischen den Kreiseln war für Autos gesperrt, was allerdings (wie in jedem Jahr) zu Staus und Verwirrung bei uninformierten Autofahrern sorgte.

Nach der Einstimmung mit Weihnachtsjazz durch die „Swinging Nikoläuse“ positionierten sich 25 Musiker des Blasorchesters Tungendorf und des Mädchen-Musikzuges an den Fenstern und trotzten den heftigen Windböen, die Sturmtief Dirk bescherte. Mit festgezurrten Notenzetteln auf den Haltern und Blick zum Dirigenten Hans-Georg Wolos, der vom Hubsteiger aus den Takt angab, stimmten sie „Alle Jahre wieder“ als Auftakt zu einem Medley der schönsten Weihnachtslieder an. Eine besondere Note setzte eine zweite Musikergruppe auf dem Dach des Klatsch-Palais: Sie spielten bei „Leise rieselt der Schnee“ und „Kling, Glöckchen“ ein strahlendes Echo oder wechselte sich mit dem Turmorchester ab. Konzertorganisator Horst Schrinner dankte nach der ersten Hälfte allen Unterstützern, seinen ehemaligen Mitarbeitern von McDonald’s, der Stadt und den Mietern der Turm-Häuser; letztere erhielten vom Publikum spontanen Jubel.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras nannte das Konzert in seiner kurzen Ansprache „ein Geschenk der Besinnung und Nächstenliebe: Was wäre Weihnachten ohne Turmkonzert, und was wäre das Turmkonzert ohne Horst Schrinner?“ Er wünschte allen ein frohes Fest: „Genießen Sie die wertvolle Zeit mit Ihren Lieben.“

Feierlich ging es in der zweiten Hälfte mit „Es ist ein Ros’ entsprungen“ weiter, dirigiert von Daniel Wolrath vom SVT-Orchester. Besonders andächtig gelang das „Gloria in excelsis Deo“ mit strahlenden Soli von Christoph Rohlfing und Stephan Bumann. Ein Höhepunkt des Konzerts war der Auftritt von Christina Heeschen, die mit wunderbar reinem Timbre das „Ave Maria“ zelebrierte. Warm ums Herz wurde es den Zuhörern auch bei ihrem Duett mit Christian Funk: Mit einer Stimmlage à la Bing Crosby sang der Ex-Gartenstädter und jetzige Berliner charmant-kuschelweich „Dreaming of a white Christmas“. Horst Schrinner gestand anschließend: „Ich habe einen Kloß im Hals!“ Eine Tradition lebte auch zum Schluss wieder auf: Mit etwa 40 Sängern aus diversen Chören verwandelten sich alle in einen riesigen Chor und sangen inbrünstig „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“.

„Das geht einem durch“, meinte die Zuhörerin Martina Neve (46). Kein Konzert versäumt hat Käthe Jansen (77), die am Fürsthof wohnt: „Das gehört zu Weihnachten dazu, einfach super.“ Horst Schrinner war sichtlich gerührt und freute sich: Durch den Verkauf seiner 600 selbstgemachten Marmeladen, durch größere Spenden von Firmen und die Sammlung unter den Konzertbesuchern seien bereits über 5000 Euro für Kinder in Not und die Kindertafel zusammengekommen.

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