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Musik und Comedy : Weihnachten zum Kichern schön

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Musik und Komik zum Fest: Christina Patten und ihre Mitstreiter begeisterten 200 Zuschauer mit der „verrückten Weihnachts-WG“

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2015 | 19:40 Uhr

Neumünster | Was hat eine mordende Försterin mit Weihnachten zu tun? Ganz viel – jedenfalls bei Loriots „Advent“. Die makabre Moritat vom zerstückelten Waidmann, süffisant in brave Reime gepackt, war einer der vielen glanzvoll verpackten Geschenke der verrückten Weihnachts-WG, in der Christina Patten (25) und ihre Mitstreiter den etwas anderen Heiligabend verbrachten. 200 Zuschauer verfolgten mal kichernd, mal fasziniert die verbal und musikalisch hakenschlagende Show mit viel Musik und rasanter Handlung in zwei Aufführungen am Sonnabend im Caspar-von-Saldern-Haus und gingen durchaus weihnachtlich gestimmt, aber auch mit einem kleinen Grinsen von dannen.

Chaos-Heiligabend als Satire auf eine Situation, die real sein könnte: Tina Patten als pathologischer Weihnachtsfreak mit Rentier-Schuhen und Weihnachts-Masterplan will eigentlich das perfekte Fest feiern. Christian Funk (24) ist dagegen ein echter Weihnachtsmuffel, der den Konsum satt hat und als „Deko-Fee“ den Tannenbaum mit Lametta bewirft – dazu passte wunderbar die lustige Episode vom Sauerkraut als Ersatz-Lametta. Judith Patten (22), die musikalische Schwester von Tina, platzt mitten im Schneesturm mit dem Grönemeyer-Stau-Song herein und beweist ihr komisches Naturtalent und große Stimme. Mit wenig Handlung, aber viel „Tastatur“ sorgt Tino Horat (35), der Schweizer Pianist, für Gekicher – als frauengefrusteter betrunkener Klaviermann, der wie in „Dinner for One“ über den Teppich stolpert („könnte ein Klassiker werden“).

Mit melancholischem „Dreaming of a white christmas“, dem klirrenden „Lass los“ aus der „Eiskönigin“ und passend zum Drama dem Udo-Jürgens-Zitat „im Ofen burns the Weihnachtsgans“ serviert die WG eine herzerwärmende Mischung zwischen Komik und Klassischem. Nachdem der Vogel verkohlt ist, bricht Panik aus, dann Trotz: „Wir lassen uns das doch nicht versauen“, beschließen sie. Christian wird bekehrt, es gibt die Weihnachtsgeschichte und den wunderschön getragenen „Stern über Bethlehem“. Es wird besinnlich, aber nicht lange, denn danach parodiert Tina Patten temporeich die Jesus-Geschichte „atemlos“ à la Helene Fischer. Das Publikum kringelt sich.

Für Lachtränen sorgt Tinas Freund und Musiker Max Poschau (27) erst als muckibepackter Feuerwehrmann, der das Publikum mit einer Glitterkanone beschießt, und vor Judith als lüsterner Walküren-Vamp ums Sofa gejagt wird. Dann lacht das Publikum sich scheckig: In einem unförmigen Plastikpuppenanzug sorgt Max erneut für Gejohle – als Tinos Freundin Lisa, die mit Schweizer Käsehäppchen für die Speisung der hungrigen WG-Bewohner sorgt.

Am Ende ist es doch eine Bilderbuch-Weihnacht: Die gesungene Botschaft „Always look on the bright side of life“ trifft in die Herzen. „Herrlich, beeindruckende Stimmen, da war von jedem etwas, die Mischung stimmte“, lobte Antje Stryk (68) aus Einfeld.



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