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Ehndorf : Wehrleute erinnern sich an Kuriositäten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zum letzten Mal bewirtete Hildegard Albrecht aus Wasbek die Feuerwehrmänner im Ehndorfer Bürgerhaus.

Ehndorf | Seit 21 Jahren ist es feste Tradition, dass sich die Ehrenmitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus dem ehemaligen Amt Aukrug in geselliger Runde treffen. Gestern kamen gut 60 Kameraden aus neun Wehren im Bürgerhaus in Ehndorf zusammen, um zu schnacken, Kaffee zu trinken und in Erinnerungen zu graben.

„Wir werden alle älter, und die Kameraden von früher sollen zumindest einmal im Jahr zusammen kommen“, meinte der Organisator der Veranstaltung, Ehndorfs Ehrenwehrführer Jan Auen. Ehrenmitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr wird man übrigens mit 65 Jahren.

Zum letzten Mal sorgte sich Hildegard Albrecht mit Kaffee und leckeren Torten um das leibliche Wohl der Gäste, denn die Bewirtschafterin hört nach fast 30 Jahren auf. „Etwas wehmütig ist mir schon, denn ich bin hier, seitdem es das Haus gibt. Aber ich bin Anfang Oktober in Rente gegangen, und irgendwann will ich auch mehr Zeit mit der Familie verbringen“, erklärte die Wasbekerin. Eine Nachfolge gibt es bisher nicht.

Die Feuerwehrleute hatten sich schick herausgeputzt und ihre Ausgeh-Uniformen angezogen. Nach einem Vortrag der Wasbeker Ärzte Katharina Behrendt und Dr. Gerd Bunzel über das im Alter relevanter werdende Thema „Schlaganfall“ gab es Zeit zum Klönen. Dabei erinnerte sich Hermann Teege (79), der seit 61 Jahren bei der Feuerwehr Wasbek ist, an eine kuriose Rettungsaktion, bei der er vor Jahrzehnten ein Wespennest aus einer Scheune sichern musste. „Die Wespen hatten sich in dem Krempel eine alte Kopfbedeckung als Behausung ausgesucht und ihr Nest in einem Zylinder gebaut. Ich habe die Tiere in den Wald gebracht“, erzählte er lächelnd. Dramatischer war die Schilderung von Johannes Hugo (80), ehemals stellvertretender Wehrführer in Wasbek: „Es muss Ende der 1970er-Jahre gewesen sein, als in Wasbek ein Großbrand an einem Haus und einem Pferdestall wütete. Ein junger Mann, der dort gearbeitet hat, rettete die Tiere bis auf zwei. Seine Stimme kannten die Pferde, sie haben auf ihn gehört und sind aus den Boxen gekommen, damit er sie rausscheuchen konnte. Wir mussten dann aufpassen, dass die Tiere nicht ins Feuer zurück rennen.“ Die Männer denken gerne an ihre aktive Zeit zurück. Und früher war längst nicht alles besser, meint Johannes Hugo: „Der technische Fortschritt und die Funkbenachrichtigung sind eine wichtige Neuerung.“  

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