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Brandschutzausschuss : „Wehr Süd“ erhitzte die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Mitglieder stimmten der neuen Wehr Mitte und den Satzungen zur Kameradschaftskasse zu / Stadtbrandmeister verabschiedete sich

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der geplante Zusammenschluss der Wehren Wittorf und Gadeland zur Wehr Süd hat am Dienstagabend im Ausschuss für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu kontroversen Diskussionen geführt. Nachdem Sven Kasulke erklärt hatte, die Fusion werde sich noch hinziehen, hielt Ausschussmitglied Arno Jahner (SPD) dem Chef der Berufsfeuerwehr vor „einen Salto rückwärts“ zu machen. „Für das, was Sie hier abziehen, habe ich überhaupt kein Verständnis“, ereiferte sich Jahner. Auslöser der Debatte war ein Antrag von Jahners Fraktionskollegen Claus-Rudolf Johna zum maroden Wehrhaus in Wittorf an der Mühlenstraße.

Johna forderte, die Bauverwaltung solle prüfen, wie der mit Rissen durchzogene Fußboden in der Fahrzeughalle ausgebessert werden kann. Das Wehrhaus steht auf einer Moorlinse, Teile des Gebäudes sacken ab. Die Statik wird regelmäßig geprüft. Die Feuerwehr-Unfallkasse hatte bereits mehrfach Bedenken geäußert (der Courier berichtete). „Wenn Wittorf ein neues Wehrhaus braucht, müssen wir eben Geld dafür freimachen. Ich habe dieses ewige Rumgeeiere bei dem Thema satt“, sagte Arno Jahner. Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens sprang ihm bei. Es wäre schön, wenn die Politik den Auftrag für ein neues, gemeinsames Wehrhaus für Wittorf und Gadeland im Industriegebiet Süd beschließen würde.

Kasulke hingegen machte deutlich, dass es anders als in Brachenfeld und Stadtmitte sowie bei den beiden Tungendorfer Wehren in Wittorf und Gadeland menschlich noch nicht zusammenpasse. „Die Kameraden sind sehr eigenständig. Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses wird noch nicht gesehen, und wir werden auch niemanden zwingen zu fusionieren“, so der Brandrat. Das sei kontraproduktiv, weil die Gefahr bestehe, dass dann viele Mitglieder austreten. Daher werde es vorerst auch keinen Neubau eines Wehrhauses geben. „Wir bauen kein Haus mit einer Abschreibung von 40 Jahren, wenn wir nicht wissen, ob es die Wehren in 40 Jahren überhaupt noch gibt“, so Kasulke.

Auch der Antrag von Johna wurde schließlich mit sieben gegen drei Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Einstimmig plädierte der Ausschuss hingegen für die bereits zum Jahresanfang organisatorisch erfolgte Fusion der Wehren Brachenfeld und Stadtmitte zur neuen Wehr Mitte (der Courier berichtete). Ebenfalls einvernehmlich wurden die neuen, an das geänderte Brandschutzgesetz angepassten Satzungen zu den Feuerwehrkassen verabschiedet. Diese müssen künftig als Sondervermögen offengelegt werden.

Zum Abschluss der Sitzung verabschiedete sich Stadtbrandmeister Jürgens von dem Gremium. Er hört Ende März auf (der Courier berichtete). „Ich bin seit 1982 im Ausschuss. Wir haben viel bewirkt. Wenn Ihr in Zukunft weiter so für unsere Feuerwehr entscheidet wie bisher, ist mir nicht bange“, sagte Jürgens.

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