Feuerwehr in Neumünster : Wehr Mitte als Pflichtwehr?

Wird die Feuerwehr Mitte eine Pflichtwehr? Das wurde in der Ratsversammlung per Dringlichkeitsantrag entschieden – nach Redaktionsschluss.
Wird die Feuerwehr Mitte eine Pflichtwehr? Das wurde in der Ratsversammlung per Dringlichkeitsantrag entschieden – nach Redaktionsschluss.

Stadtverband und Fachdienst ziehen nach Personalquerelen die Reißleine

Avatar_shz von
28. März 2018, 08:15 Uhr

Neumünster | Es war die letzte Konsequenz und an ihr ging offenbar kein Weg vorbei: Weil sich keine Wehrführung und kein neuer Vorstand gefunden hat, lag der Ratsversammlung gestern Abend ein Dringlichkeitsantrag zur Umwandlung der Freiwilligen Feuerwehr Mitte in eine Pflichtfeuerwehr vor. Bei Redaktionsschluss lief die Debatte im Ratssaal noch. Wir berichten morgen über das Ergebnis. Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Stadt, dass so ein Schritt unternommen wird.

Hintergrund sind anhaltende Personalquerelen. Bereits seit Sommer vergangenen Jahres hatte es immer wieder Streit in der Mannschaft gegeben. Jens Stölten war zunächst von seinem Amt als Wehrführer, später auch als Stadtbrandmeister zurückgetreten (der Courier berichtete). Die Einsatzbereitschaft konnte durch die kommissarische Leitung von Marc Kutyniok von der Berufsfeuerwehr zwar vorerst aufrecht erhalten werden, dennoch verliefen weitere Gespräche erfolglos. Niemand wollte die Wehrführung übernehmen. Da die Berufsfeuerwehr den Brandschutz aber ohne die Freiwillige Feuerwehr Mitte nicht nach den gesetzlichen Vorgaben gewährleisten kann, blieb letztlich nur die Auflösung und die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr.

Ihr sollen jetzt als Wehrführer Michael Hahnke und als Stellvertreter Stefan Zocholl vorstehen. Die Ratsversammlung sollte gestern sowohl die Satzung als auch die beiden Personalien genehmigen. Wegen des Tagesordnungspunktes tagte zu Beginn der Sitzung der Ältestenrat, die Ratsversammlung begann dadurch verspätet.

Bei der Pflichtwehr bestimmt der Fachdienst Feuerwehr unter Leitung von Sven Kasulke, wer ihr angehört. Genügend Funktionsträger und Feuerwehrleute aus der Freiwilligen Wehr stehen zur Verfügung. Nach Courier-Informationen verbleibt dann auch die Kasse zunächst in der Wehr. Die Ehrenabteilung der aufgelösten Freiwilligen Feuerwehr soll vom Stadtfeuerwehrverband übernommen werden.

„Ich rechne damit, dass wir jetzt schnell eine dauerhafte neue Wehrführung finden und dann von der Pflicht- wieder in eine Freiwillige Feuerwehr zurückkehren können“, sagte der stellvertretende Stadtbrandmeister Heiko Kaack auf Anfrage.

Die meisten Mitglieder der Wehr bekamen die Entscheidung des Rates beim gestrigen Dienstabend mit. Dabei wurde Marc Kutyniok verabschiedet und erhielt viel Lob für seinen Einsatz. c

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen