Feuerwehr Neumünster Mitte : Wehr fängt bei Null wieder an

Geehrt wurden von der Wehr Mitte Helmut Briesemeister (von rechts), Nils Würffel, Holger Böttger, Heiko Büttner, Jürgen Rühlmann, Stefan Zocholl und Jan Hagedorn.
Geehrt wurden von der Wehr Mitte Helmut Briesemeister (von rechts), Nils Würffel, Holger Böttger, Heiko Büttner, Jürgen Rühlmann, Stefan Zocholl und Jan Hagedorn.

Vorstand ist komplett zurückgetreten / Profis werden die ehrenamtlichen Brandschützer begleiten

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15. Januar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Knapp ein Jahr nach der Fusion der Wehren Brachenfeld und Stadtmitte steht die Wehr Neumünster-Mitte mit ihren 65 Aktiven vor einem Neustart. Der gesamte Vorstand einschließlich des stellvertretenden Wehrführers Jens Stölten ist zu Jahresbeginn zurückgetreten. Die Jahreshauptversammlung im Gefahrenabwehrzentrum mit 118 Gästen am Sonnabend leitete ein kommissarischer Vorstand unter dem von der Berufsfeuerwehr eingesetzten Wehrführer Marc Kutyniok. Doch auch der kündigte seinen Rückzug spätestens Ende März an.

Hintergrund der Situation sind interne Querelen (der Courier berichtete). Der stellvertretende Stadtbrandmeister Heiko Kaack zog als Vergleich in seiner Rede das Schiffsunglück der Costa Concordia vor exakt sechs Jahren bei der Insel Giglio im Mittelmeer heran. Die Wehr sei „in schweres Fahrwasser“ geraten und drohte zu kippen. „Ein Schiff fährt nur, wenn die Mannschaft funktioniert. Wenn einige hierhin rudern und die anderen in die andere Richtung, dreht man sich im Kreis“, umschrieb er die Situation. Auch ohne einen Kapitän könne es aber weitergehen, „wenn man auf die Lotsen hört“, so Kaack. Die wollen nun Berufsfeuerwehr, Stadtfeuerwehr- und Landesfeuerwehrverband in enger Abstimmung untereinander stellen. Um die Wehr wieder in „ruhigeres Fahrwasser“ zu bringen, wie Rainer Scheele, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr, erklärte. Geplant sei eine intensive Begleitung, denn vor allem durch „eine mangelnde Kameradschaft“ sei die Lage so ernst geworden, dass die Einrichtung einer Pflichtwehr drohte. Das konnte aber abgewendet werden.

Neu ist diese Situation in Neumünster nicht. Auch die Freiwillige Feuerwehr Wittorf und zuletzt die Regieeinheit standen nach Problemen unter kommissarischer Führung und dem Coaching der Profis, ehe sich die Situation wieder beruhigte. „Uns geht es mittlerweile richtig gut. Wir haben 20 neue Mitglieder und eine große Motivation in der Gruppe“, betonte der Chef der Regieeinheit, Patrick Mischke, in seinem Grußwort: „Und Ihr schafft das auch, da bin ich sicher!“ Für den Brandschutzausschuss erklärte der Vorsitzende Gerhard Lassen, die Politik verfolge die Lage, mische sich aber nicht ein.

So turbulent das erste Jahr personell war, so ruhig war es einsatztechnisch. Bei 94 Alarmierungen stach lediglich ein größeres Feuer in einem metallverarbeitenden Betrieb im Oktober hervor, so Helmut Briesemeister. Er wurde anschließend für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

30 Jahre dabei sind Holger Böttger und Jürgen Rühlmann, für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Heiko Büttner und Nils Würffel geehrt. Das Traditionsabzeichen ging an Stefan Zocholl und Jan Hagedorn. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Jenrik Krohn, Philipp Rusch und Daniel Witter. Stefan Zocholl und Matthias Krebs sind nun Löschmeister.

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