Neumünster : Weg frei für die Mehrweg-Köste

Es geht auch ohne Plastik: Auf der Klosterinsel schenkte Anja Clausen Bier nur im Glas aus – das war 2015. Inzwischen sei Mehrweg auf der Köste offenbar in Vergessenheit geraten, sagen die Grünen.
Es geht auch ohne Plastik: Auf der Klosterinsel schenkte Anja Clausen Bier nur im Glas aus – das war 2015. Inzwischen sei Mehrweg auf der Köste offenbar in Vergessenheit geraten, sagen die Grünen.

Ratsversammlung beschließt einstimmig das Ende von Einwegbechern auf dem Volksfest / Müll soll besser getrennt werden

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04. Juli 2018, 07:30 Uhr

Neumünster | Rund 20 Tonnen Müll werden in jedem Jahr während der Holstenköste gesammelt, ein Großteil davon aus Plastik, wovon wiederum der Löwenanteil aus Einwegbechern besteht. Dieser Abfallflut hat die SPD den Kampf angesagt, und die übrigen Ratsfraktionen ziehen mit. Einen entsprechenden Antrag der Sozialdemokraten verabschiedete die Ratsversammlung (mit Änderungen durch die Grünen) gestern einstimmig.

Demnach soll die Verwaltung für die Holstenköste 2019 ein Konzept mit dem Ziel vorlegen, Einweg-Plastikbecher zu vermeiden und einen „einheitlichen Mehrweg-Holstenköstenbecher“ verbindlich einzuführen. Die Grünen hatten zudem als Arbeitsauftrag an die Verwaltung formuliert, dass neben der Einführung von Mehrwegbechern auch ein Abfallkonzept für das viertägige Volksfest erarbeitet werden soll. „Wenn wir das jetzt anschieben, schaffen wir das bis zum nächsten Jahr“, warb SPD-Ratsherr Claus-Rudolf Johna für den Vorstoß.

Für die Grünen betonte Ralf Ketelhut, es sei wichtig, die Vorgaben für die Schausteller verbindlich einzuführen, um das Vorhaben zum Erfolg zu führen. Kiel und andere Städte machten es vor, so die Grünen in ihren Änderungsantrag. Stadtfeste könnten auch ohne Einwegbecher und mit sortenrein erfasstem Müll gefeiert werden. In diesem Zusammenhang erinnerte Ketelhut daran, dass es auch in Neumünster bereits Mehrwegbecher auf dem Stadtfest gegeben habe. „Die sind aber offenbar in Vergessenheit geraten.“

Von Gastronomen sei die Frage aufgeworfen worden, ob nicht auch eine Abfalltrennung bei der Holstenköste durch Vorkehrungen des Technischen Betriebszentrums (TBZ) möglich wäre, betonte Johna. Die Verwaltung solle hierfür ebenfalls ein Konzept erstellen, mit dem die Mülltrennung optimiert werden könnte und das mit den Beteiligten abgestimmt werden sollte.

Die Grünen heben in ihrem Änderungsantrag hervor, dass man zunächst nur die Zielsetzung vorgebe, das TBZ aber bei der Detailplanung freie Hand haben sollte. Es sollte jedoch mindestens Glas separat erfasst werden. Ob dies auch mit anderen Müllsorten wie organischen Abfällen möglich wäre, soll geprüft werden.

Die Politik verspricht sich nicht nur eine sauberere Köste, sondern auch auch einen Imagegewinn. Schon die Wiederöffnung der Höfe habe sich positiv ausgewirkt, so Johna. Nun müssten weitere Schritte folgen. „Ein einheitlicher Holstenköstenbecher wäre ein gutes Markenzeichen.“

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