Public Viewing : Wechselbad der Gefühle in Halle 5

1:0! Zweimal hatten die Fußballfans in der Holstenhalle einen Grund zu jubeln. Am Ende erreichte ihre Mannschaft nur ein Unentschieden – die Feierlaune verstimmte.
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1:0! Zweimal hatten die Fußballfans in der Holstenhalle einen Grund zu jubeln. Am Ende erreichte ihre Mannschaft nur ein Unentschieden – die Feierlaune verstimmte.

1200 Besucher hatten am Sonnabend Jubelfeiern mit Autokorso geplant, aber dann kam es doch ganz anders / Stimmung war trotzdem gut

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23. Juni 2014, 05:45 Uhr

Nach dem Bombardement auf das portugiesische Tor im ersten Gruppenspiel der deutschen Elf bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor einer Woche hat das beginnende Sommermärchen einen ersten Dämpfer bekommen. Gegen Ghana erreichten Jogis Jungs im brasilianischen Fortaleza nur ein glückliches 2:2-Remis. Erneut kamen rund 1200 Besucher in die Holstenhalle 5 – viele in Trikots gekleidet und mit Deutschland-Fahnen als Umhang.

Sie wollten dabei sein, wenn die deutsche Elf ihren torreichen Siegeszug auf dem Weg zum vierten Weltmeister-Titel fortsetzt (das war jedenfalls die vorherrschende Stimmung). „Ich rechne mit einem 3:0-Sieg. Im Finale werden wir auf Italien treffen“, sagte der Neumünsteraner Dennis Meinsen vor dem Spiel siegessicher. Doch Ghana entpuppte sich als starker, mindestens ebenbürtiger Gegner. Die erste Halbzeit plätscherte torlos vor sich hin. Das deutsche Spiel schien weniger geschmeidig als noch vor einer Woche.

Erst in der zweiten Halbzeit fielen sich die Fußballfreunde in der Holstenhalle in die Arme, als Mario Götze in der 51. Minute das erste Tor schoss. Es schien, als würde alles gut werden. Doch die Freude über die Führung währte nur kurz: Drei Minuten später manövrierte André Ayew den Ball an Manuel Neuer vorbei ins Netz. In der 63. Minute schoss Asamoah Gyan die Black Stars aus Ghana auch noch in Führung. Erst Miroslav Klose konnte in der 71. Minute, zwei Minuten nach seiner Einwechselung, für den Ausgleich sorgen, den die deutsche Mannschaft nur mit Mühe halten konnte. Bis zur letzten Minute setzte sich der Schlagabtausch fort.

Die Stimmung in der Holstenhalle erreichte einen ersten Tiefpunkt. „Wir haben mit einem klaren 3:0-Sieg für uns gerechnet“, sagten Michaela Langmaack, Jennifer Stange und Teresa Michalowski und waren am Ende enttäuscht. Und auch die Party nach dem Spiel blieb aus.

Auf dem Großflecken hatten sich sicherheitshalber ein paar Streifenwagenbesatzungen postiert. Da es aber keinen Grund zu feiern gab, blieb auch der Autokorso in der Innenstadt diesmal aus.

Spannend wird es wieder am kommenden Donnerstag, 26. Juni, wenn Deutschland auf die USA trifft. Um 18 Uhr wird das Spiel angepfiffen – in Recife und auch wieder in der Holstenhalle 5.

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