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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 01:06 Uhr

Einfeld : WC am See ist behindertengerecht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rollstuhlfahrer Ulmar Nolde machte nach dem Umbau der Toiletten bei der DLRG die Probe aufs Exempel. Die anderen WC folgen im Herbst

von
erstellt am 27.Jul.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Ein paar Kompromisse waren beim behindertengerechten Umbau der ersten von drei Toilettenanlagen am Einfelder See nötig. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. „Das ist alles praktisch, brauchbar und eine klare Verbesserung. Vorher war hier nämlich nichts Behindertengerechtes“, sagt Rollstuhlfahrer Ulmar Nolde. Der 78-Jährige aus Faldera machte für den Courier die Probe aufs Exempel – und stellte der Stadt und Architekt Mounif Rouaiha ein gutes Zeugnis aus.

Das neue Behinderten-WC mit der breiten Eingangstür ist barrierefrei über einen neu angelegten Pflasterweg erreichbar. Einlass verschafft ein universeller Euro-Schlüssel für Behinderten-WC. Er funktioniert europaweit und ist bei der Stadt erhältlich. Beim Betreten starten Licht und Lüftung automatisch, und eine Leuchte zeigt an, dass das Behinderten-WC besetzt ist. Das Spül-WC verfügt über seitliche Haltegriffe, der Spülknopf ist in einen der Griffe integriert.

Ein sogenanntes Panikschloss, das von innen stets zu öffnen ist, gehört ebenso zur Ausstattung wie ein Notfallknopf. Er löst bei Betätigung zwei rote Alarmleuchten aus, zusätzlich ertönt eine Sirene. Helfer können bei einem Alarm die Tür auch ohne Schlüssel öffnen, erläutert Architekt Rouaiha. Die Bewegungsfläche von 1,50 Meter im Durchmesser reiche selbst für einen E-Rollstuhl aus. Das Waschbecken ist extraflach und so hoch, dass ein Rollstuhl darunter fahren kann.

Einen Verbesserungsvorschlag hat Nolde: Die Notfallschnur sollte verlängert werden. Nolde: „Wenn man auf dem Boden liegt, ist es schwer, heranzureichen.“ Für Neumünsters Behindertenbeauftragten Hartmut Florian hat der Einfelder See als Badestelle und Naherholungsgebiet durch den behindertengerechten Umbau sehr gewonnen. Hans-Georg Stanull vom Sozialverband nennt mit den Behindertenparkplätzen und der Rampe hinunter zum See weitere Aspekte. Im Herbst sollen auch die beiden anderen WC-Anlagen beim Restaurant und an der Dorfbucht umgebaut werden. Ein Manko bleibt: Im Winter sind die WC geschlossen. Da es keine Heizung gibt, muss das Wasser zum Spülen abgestellt werden

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