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Pumpversuch : Wasserschutz ist auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume untersucht das Wasserschutzgebiet / Es kann Schwankungen und Verfärbungen geben

Neumünsters seit 1982 bestehende Wasserschutzgebiet wird möglicherweise nach Osten vergrößert. Grundstücksbesitzer müssten dann neue Vorgaben beachten. Das könnte ein Ergebnis von derzeit laufenden Untersuchungen des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) sein. Entsprechende Vermutungen äußerte gestern der beim LLUR zuständige Hydrogeologe Thomas Neumann.

Nach aktuellem Recht müssen die Schutzgebiete im Land alle 30 Jahre überprüft werden. „Die Aktualisierung ist erforderlich, weil wir durch neue Bohrungen mehr über die grundwasserführenden Schichten im Untergrund wissen und mit den heute zur Verfügung stehenden Messmethoden die Grundwasserströmung genauer abbilden können. So sind wir in der Lage, den Raum, aus dem das Grundwasser den Neumünsteraner Trinkwasserbrunnen zuströmt, detaillierter zu kartieren“, erklärte Neumann. Dafür hatte das LLUR in den Jahren 2012 bis 2015 zusätzlich zu den 150 vorhandenen Trinkwasserbrunnen sowie städtischen Wasserkontrollstellen weitere 50 Brunnen gebohrt (der Courier berichtete). Alle werden nun während der Versuchsphase beobachtet und der Grundwasserstand dort gemessen.

Ab dem 12. Juni wird in einem rund vierwöchigen Pumpversuch die Jahresentnahme von sieben und neun Millionen Kubikmetern Wasser simuliert. Diese Mengen entsprechen dem derzeitigen Jahresverbrauch in Neumünster (siehe Infokasten) zuzüglich einer sogenannten Havarie-Reserve sowie dem angenommenen Anstieg des Wasserverbrauchs durch weitere Verbraucher in den kommenden Jahren, etwa das neue Käsewerk im Industriegebiet Süd.

Alexander Diertens, Leiter des Wasserwerks, erläuterte gestern die Simulation. „Wir rechnen die Jahresleistung auf den Versuchszeitraum runter. Jeweils für zwei Wochen werden 800 bzw. 1030 Kubikmeter Wasser in der Stunde gefördert.“ Um zu schauen, ob alles technisch klappt, gibt es vom kommenden Montag bis Mittwoch einen Probelauf. Probleme erwarten Neumann und Diertens nicht.

Verbraucher müssen sowohl während der Test- wie auch in der Versuchsphase mit schwankendem Wasserdruck und in seltenen Fällen mit einer Braunfärbung des Wassers rechnen. „Dieses ist gesundheitlich unbedenklich“, betonte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Das überschüssige Grundwasser wird zum einen Teil direkt in die Schwale geleitet, ein weiterer Teil wird aufbereitet. Weil auch dann zu viel Trinkwasser vorhanden ist, wird dieser Überschuss ebenfalls in die Schwale eingeleitet. An der Brücke am Brüningsweg wurde dafür extra ein Konstrukt gebaut. Die Experten erwarten für den Versuch aber keine spürbaren Auswirkungen für Schwale und Stör und den Wasserstand im Teich.

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erstellt am 20.Mai.2017 | 17:48 Uhr

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