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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 06:40 Uhr

Grossharrie : Wasserqualität wird schlechter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Brunnen oder zentrale Wasserversorgung?

Großharrie | Großharrie ist nicht an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen. In der Gemeinde stammt das Trinkwasser der Haushalte noch aus 147 sogenannten Kleinanlagen, sprich hauseigenen Brunnen. „Die Wasserqualität einer Vielzahl der Brunnen ist allerdings grenzwertig“, erklärten Stefan Dockwarder und Mona Stern vom Gesundheitsamt Plön am Donnerstag auf der gut besuchten Gemeindevertretung.

Allein 37 interessierte Bürger waren neben den Gemeindevertretern gekommen, um sich über die beiden Hauptthemen Windenergie und Trinkwasser zu informieren. Für 29 Trinkwasseranlagen in Großharrie gibt es inzwischen nur noch eine Duldung. In 14 Brunnen wurden erhöhte Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Allerdings werden für kleine Einzelanlagen die chemischen Werte nicht erfasst. Das geschieht erst, wenn mehrere Verbraucher angeschlossen sind. „Die Bilanz wird schlechter“, erklärte Mona Stern. Besonders die Nitratwerte steigen inzwischen auch in tieferen Brunnen, die 20 bis 30 Meter Tiefe erreichen.

Ob Großharries Grundeigentümer mittelfristig neue und tiefere Brunnen bohren und gegebenenfalls Aufbereitungsanlagen anschaffen, oder ob die Gemeinde sich für den Weg einer zentralen Wasserversorgung entscheidet, darüber wurde noch nicht entschieden. Die Information sollte als Anstoß dienen, sich Gedanken zur Trinkwasserversorgung in der Gemeinde zu machen, hieß es.

Alter und Tiefen der Brunnen sind in der Gemeinde völlig unterschiedlich und reichen von schlichten Brunnen in wenigen Metern Tiefe bis hin zu modernen Brunnen mit 60 Meter Tiefe und installierten Aufbereitungsanlagen. Gleich, welche Lösung mittelfristig angestrebt wird, wird es benachteiligte Betroffene geben, sind sich Bürgermeister Holger Nohrden und Großharries Ortspolitiker sicher.

Wie der Leitende Verwaltungsbeamte Ralf Bretthauer aus der Verwaltung sagte, habe die Gemeinde allerdings auch eine Daseinsvorsorge zu berücksichtigen, die über die Einwände einzelner Betroffener hinausgeht.

Unspektakulär verlief die Information zum Sachstand der Windkraftplanung in der Gemeinde. Nachdem Landschaftsarchitekt Enno Meier-Schomburg noch einmal die bisherige Entwicklung erklärt hatte, wurde in der Stellungnahme der Gemeinde eine Ablehnung des zwischen Großharrie und Tasdorf geplanten Eignungsgebietes beschlossen. Vorsorglich fassten die Gemeindevertreter allerdings die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet, um im Zweifelsfall die Planungshoheit zu behalten. Wird der Koalitionsvertrag in Schleswig-Holstein umgesetzt, ist eine Erweiterung der Abstände zu Wohnbebauungen auf 500 Meter zu Einzelhäusern und 1200 Meter zu Siedlungsbereichen geplant. Das
würde das Planungsgebiet in Großharrie erheblich verändern.  


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