Was schwimmt denn da?

Matthias Looft rollte das Kabel ab, über das der Schwan mit Strom versorgt wird.
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Matthias Looft rollte das Kabel ab, über das der Schwan mit Strom versorgt wird.

Ein Schwan aus Aluminium ist der neue Blickfang auf dem Teich / Täglich ab 15 Uhr leuchtet die Attraktion

shz.de von
11. Oktober 2018, 14:47 Uhr

Echte Schwäne sind im Teich in der Innenstadt nie heimisch geworden. Das Gewässer ist zu flach. Damit das Tier aus dem Wappen Neumünsters trotzdem das Stadtbild prägt, haben das Stadtmarketing und das Citymanagement ein 150 Kilo schweres Exemplar aus Aluminium organisiert, das gestern Vormittag ins Wasser gelassen wurde. Umhüllt ist der Schwan von einem Teppich aus unzähligen weißen Kunststoffstreifen. Auf der Oberfläche sind zudem hunderte weiße LED-Leuchten verteilt. Täglich ab 15 Uhr soll die neue Attraktion bis in die Morgenstunden des nächsten Tages leuchten.

Die Idee hatte Citymanager Michael Keller bereits vor acht Jahren. „Wir wollten schon immer ein Highlight auf dem Teich haben.“ In diesem Jahr haben das Citymanagement und das Stadtmarketing den vier Meter langen, 2,40 Meter breiten und 2,40 Meter hohen Schwan bei einer österreichischen Firma in Auftrag gegeben. Hergestellt wurde die Spezialanfertigung in Tschechien. Wie das Vorbild auf dem Stadtwappen trägt der Vogel mit dem Kunststoffgefieder eine Krone um den Hals.

Einen ersten Auftritt hatte der Aluminium-Wasservogel bei der Veranstaltung „Zauberhafte Tierwelten“, die im August im Tierpark stattfand. Seitdem stand der Schwan im Tierpark-Teich. Gestern Vormittag siedelten ihn Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums und der Elektrofirma Jürgen Looft um. Damit er nicht untergeht, schwimmt er auf einem „Ponton Marke Eigenbau“, erklärt Keller. Insassen der JVA Neumünster haben den Träger gebaut. Zwei 25-Kilo-Anker sollen dafür sorgen, dass die 15 000-Euro-Attraktion bei Sturm nicht davon driftet. Die Stromversorgung läuft über ein Unterwasserkabel. Die Entfernung zum Ufer unterschätzten die Arbeiter dabei zunächst. Erst das dritte Kabel, das ausprobiert wurde, war lang genug. So mussten Sebastian Landau und Leon Gerlach von der Firma Jürgen Looft noch zwei Mal in die Teichmitte waten, um die Leitung auszutauschen. Die beiden waren vorbereitet: Sie trugen wasserdichte Hosen. Gereicht hätten vielleicht sogar hohe Gummistiefel: In der Mitte des Teichs reichte ihnen das Wasser kaum bis zu den Knien.

Viele Passanten blieben stehen, um die Arbeiten zu beobachten. Vielfach wurde der neue Blickfang gelobt. „Neumünster ist ja Schwanenstadt“, freute sich eine Betreuerin der Kita „Blauer Elefant“. Sie kam bei einem Ausflug mit den Jungen und Mädchen am Teich vorbei und war der Meinung, dass der Schwan eine Bereicherung für das Stadtbild sei. Der künstliche Wasservogel solle zunächst für sechs Monate auf dem Teich schwimmen, erläuterte Keller. Anschließend wird ausgewertet, wie er den Bürgern gefällt. Kommt der beleuchtete Riesenschwan gut an, soll er auf unbestimmte Zeit im Teich heimisch werden.

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