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Auf den Spuren des Abfalls : Was passiert mit unserem Müll?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Courier-Praktikantin Jorid Behn erledigte ihren Tageseinkauf – wir schauten, was anschließend aus den Verpackungen der Ware wurde.

Neumünster | Plastikmüll, Bio-Tonne, Papier-Tonne, Restmüll, Elektroschrott, Batterien usw.: Deutschland ist Weltmeister in der Mülltrennung. Doch was passiert eigentlich mit den Sachen, die die Neumünsteraner wegwerfen? Der Courier machte sich auf die Spur des Mülls und begleitete dabei zunächst Praktikantin Jorid Behn (22) in den Supermarkt. Die Studentin kaufte Joghurt, Orangensaft, Äpfel und Bananen sowie eine Tiefkühlpizza. Selbstverständlich trennte sie anschließend den Müll. Und das passiert damit:

> Joghurtbecher: Auswaschen oder nicht? Jorid entscheidet sich dafür. „Das ist für den Verwerter gut, weil der Gestank nicht so sehr am Plastik haftet und der Becher somit eher ins Recycling rutscht. Nötig ist es aber nicht“, sagt Angelika Schiffer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Wertstoffzentrum der Stadtwerke. Wichtiger: Den Deckel abreißen! „Der wird zu 99,9 Prozent recycelt. Der Becher dagegen landet mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 70 Prozent in der Müllverbrennung, egal, ob er im Gelben Sack oder in der Restmüll-Tonne war“, erklärt die Biologin.

> PET-Flasche: Die Einweg-Orangensaft-Flasche entsorgt Jorid ordnungsgemäß als Verpackungsmüll im Gelben Sack. Wie Einweg-Pfandflaschen auch besteht die Flasche aus Polypropylen (PP) und / oder Polyethylen (PE). „Beides sind hochwertigere Kunststoffe, und die Flaschen sind in der Regel nicht verschmiert. Daher ist die Verwertungsquote recht hoch“, so Angelika Schiffer.

> Apfel- und Bananenschale: Beides gehört in die Bio-Tonne. „Auch die Schalen von Zitrusfrüchten gehören da rein, selbst wenn sie gespritzt sind. Die Menge an Schadstoffen ist am Ende aber so gering, dass sie nicht auffällt“, sagt Angelika Schiffer. Der Bio-Müll wird entweder nach Lübeck oder Borgstedtfelde gefahren oder in Wittorferfeld zerkleinert und mit Strauch- und Buschwerk durchmischt. Dann rottet er zwei bis drei Wochen auf dem Gelände. Durch die entstehende Wärme trocknet die Masse. Danach wird sie gesiebt und als Kompost an Endverbraucher und die Bauern der Umgebung verteilt.

> Pizza-Verpackung: Die Plastikfolie entsorgt Jorid im Gelben Sack. Die Folie wird verbrannt. Der Pizzakarton landet im Altpapier. „Hier ist die Recyclingquote besonders hoch. Aus dem Karton wird mit großer Wahrscheinlichkeit Recyclingpapier für zum Beispiel Toilettenpapier oder College-Blöcke.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 07:00 Uhr

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