zur Navigation springen

Dauerärger Baustellen : Warum dauert das so lange?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vom Verkehr abgeschnittene Geschäftsleute beklagen Umsatzeinbußen. Die Stadtwerke bestätigen eine Panne bei der Baustellenabsperrung

Neumünster | Vollsperrung des Rings zwischen Wasbeker und Roonstraße, auch in der Bahnhofstraße, der Brachenfelder Straße und am Schleusberg wird gebuddelt. Bei all den Baustellen und Umleitungsstrecken in der Stadt blicken selbst ortskundige Autofahrer kaum noch durch. Die Straßensperrungen und Staus verschrecken die Kundschaft, sagen Einzelhändler. Und viele fragen: Warum dauert das so lange?

Gestern rückte an der Rendsburger Straße eine Baukolonne an, um auf einem etwa acht mal drei Meter großen Straßenabschnitt die noch fehlende Asphaltdecke aufzubringen. Das Stück ist ein Überbleibsel der Arbeiten am Fernwärmenetz der Stadtwerke in der Viktoriastraße. Anlieger wie Cord Böge ärgert das. „Es kann nicht sein, dass die Stadtwerke für so ein Ministück so viel Zeit benötigen“, sagte er. Schließlich sei die Viktoriastraße schon seit dem August wieder freigegeben. Vor zwei Wochen war die Baufirma schon einmal mit vollem Gerät da – und musste auf polizeiliche Anordnung wieder abrücken, so Böge: „Die Genehmigung für die Verkehrsabsperrung fehlte!“ Verwaltung und Stadtwerke seien bei manchen Baustellen völlig überfordert.

Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt bestätigte die Panne. „Die Genehmigung für die verkehrliche Anordnung hat sich in die Länge gezogen“, sagte er und nannte auch den Grund, warum das Kopfloch an der Rendsburger Straße über die Freigabe der Viktoriastraße bestehen blieb. „Wir mussten auf die Maßanfertigung bestimmter Formteile an den Fernwärmerohren warten“, sagte er.

Schmidt bedauerte die Verzögerungen, wies die grundsätzliche Kritik am Baustellenmanagement aber zurück. „Wir haben die Ring-Baustelle wegen des Autobahnausbaus sogar extra vorgezogen“, so Schmidt. Es gebe bei SWN-Baustellen regelmäßige feste Baubesprechungen mit der Stadt, den beteiligten Baufirmen, der Polizei und Feuerwehr. Bei den Baustellen am Ring und an der Brachenfelder Straße liege man voll im Zeitplan.

Christian Isemer, Inhaber von Jacques Wein-Depot in der alten Holstenbrauerei, berichtete von Problemen, an der Absperrung ein Hinweisschild auf die Erreichbarkeit seines Geschäft anbringen zu dürfen. „Ich musste erst massiv werden, dann klappte es“, so Isemer. „Die Tolenranzgrenze ist gering, es wird viel gemeckert“, sagte Jürgen Schlieker, der in der Brauerei mit Willem Hain ein Architekturbüro betreibt. Sorgen machen Geschäftsleuten wie Andrea Kramp vom American Shop an der Wasbeker Straße die Langzeitfolgen der Dauerbaustelle Neumünster. „Selbst Rabatte locken die Kunden nicht mehr. Sie rufen an und sagen: ‚Wir stehen im Stau‘. Das machen sie ein- oder zweimal, dann bleiben sie weg“, sagte Andrea Kramp. Ihrer Meinung nach gibt es einfach zu viele Baustellen. Der Rückstau in der Wasbeker Straße reicht bis vor ihr Geschäft. Zum Teil stehen die Autos vom Ring bis zum Teich Stoßstange an Stoßstange.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen