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Ermittlungen nach dem Brand : War es ein Mordversuch?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Feuer an der Joachimstraße: Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt.

Neumünster | Nur einer gehörigen Portion Glück ist es offenbar zu verdanken, dass ein  Feuer an der Joachimstraße nicht in einer Katastrophe endete. Der Brand ereignete sich bereits am Mittwoch der vergangenen Woche in den frühen Morgenstunden (der Courier berichtete).  Mittlerweile gehen die Ermittler jedoch von einem Mordversuch aus. Ein Verdächtiger wurde ermittelt.

„Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen einen 65-Jährigen wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung beantragt“, erklärte  Oberstaatsanwalt Axel Bieler, Pressesprecher der  Staatsanwaltschaft in Kiel, gestern auf Anfrage.  Das Kieler Amtsgericht hat den Haftbefehlt nicht erlassen, weil es keinen dringenden Tatverdacht sah. Dagegen liegt jetzt eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft beim Landgericht.

Die Ermittler sind sich sicher, dass der verdächtige Mann, ein Handwerker, am Morgen des 17. Februar einen Teppich im oberen Bereich des Hauses aus einem Fenster hängte. Sowohl am Teppich als auch im Gebäude soll Brandbeschleuniger gefunden worden sein.  Laut Staatsanwaltschaft zündete der Mann den Teppich „wie eine Lunte“ an.     Die Ermittler sind davon überzeugt, dass der Tatverdächtige das Dach ins Brand setzen wollte. „Es gab handwerkliche Arbeiten am Dach, die kurz vor der Abnahme standen. Wir gehen davon aus, dass schlechte oder fehlende Leistungen vertuscht werden sollten“,  erklärte Bieler ein mögliches Motiv.

Doch der Teppich brannte durch und fiel auf ein Vordach des Hauses, ohne weiteren Schaden auszulösen. Das bewahrte  die  Hausbewohner  wahrscheinlich vor schlimmeren Folgen. 

 Gegen 6 Uhr bemerkten  Anwohner plötzlich  starken Rauch   und riefen die Feuerwehr.  Alle Bewohner konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Die Berufsfeuerwehr brauchte nur wenige Minuten, um das Feuer auf dem Vordach zu löschen. Verletzt wurde niemand. Es entstand auch nur geringer Sachschaden.

„Wir gehen aber davon aus,  dass der Tatverdächtige wusste, dass Menschen in dem Haus sind. Das Gebäude war erkennbar bewohnt“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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erstellt am 26.Feb.2016 | 15:00 Uhr

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