Neumünster : Wälder werden zur Müllkippe

Brigitte und Stefan Wähner haben den Sperrmüll am Segeberger Forst kurz hinter der Stadtgrenze gefunden. Die illegal entsorgte Dachpappe liegt noch dort.
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Brigitte und Stefan Wähner haben den Sperrmüll am Segeberger Forst kurz hinter der Stadtgrenze gefunden. Die illegal entsorgte Dachpappe liegt noch dort.

Trotz schneller, kostenloser Abfuhren: Technisches Betriebszentrum hat 200 Tonnen wilden Müll eingesammelt.

shz.de von
10. Januar 2018, 10:00 Uhr

Neumünster | Matratze, Sofa, Lattenrost, Regale: Am Segeberger Forst, kurz hinter dem Ortsschild Neumünster an der Segeberger Straße, haben Brigitte und Stefan Wähner einen riesigen Berg Sperrmüll gefunden. Doch das ist kein Einzelfall.

„Eine deutliche Zunahme an wildem Müll können wir nicht verzeichnen, aber es kommt regelmäßig vor, dass Menschen den Müll in die Wälder werfen oder einfach irgendwo an die Straße stellen“, erklärt Ingo Kühl, Fachdienstleiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ).

Im vergangenen Jahr waren von den insgesamt 3228 Tonnen Sperrmüll, die das TBZ eingesammelt hat, etwa 200 Tonnen wilder Müll. Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt untersuche diesen Müll und wenn der Eigentümer ermittelt werden kann, bekomme dieser eine Ordnungsgeldstrafe, erläutert der TBZ-Chef.

„Ich verstehe nicht, warum die Menschen mit dem Sperrmüll den ganzen Weg in den Wald fahren, anstatt diesen im Wertstoffzentrum abzugeben“, sagt Brigitte Wähner. Die Neumünsteranerin hat schon häufiger auf Spaziergängen durch den Segeberger Forst Müll gefunden.

Dabei ist der Weg, seinen Müll legal zu entsorgen, ganz einfach: „Ein Anruf oder eine E-Mail reicht, und wir kommen vorbei“, erklärte Ingo Kühl. Zunächst werde geklärt, welche Art von Sperrmüll entsorgt werden muss. „In der Regel bekommt man dann innerhalb von 14 Tagen einen Abfuhrtermin“, so Kühl. Die Sperrmüllkolonne fährt täglich 50 Termine ab. „Manche Menschen stellen einfach Sperrmüll raus, wenn der Nachbar welchen angemeldet hat, und reagieren verärgert, wenn wir diesen nicht mitnehmen.“ Doch die Kolonne habe die Mengen geplant und deshalb könne kein zusätzlicher Müll mitgenommen werden. Wer zweimal im Jahr jeweils 25 Teile Sperrmüll anmeldet, zahle nichts, ab dem 26. Teil wird eine Gebühr von 40 Euro erhoben. „Dabei zählt ein Bett mit Matratze, Lattenrost und Gestell als ein Stück“, machte Kühl klar. Mit dieser Begrenzung wolle man verhindern, dass Müll, der in die graue Tonne gehört, an die Straße gestellt wird. Ein normaler Haushalt komme mit dieser Menge ohne Probleme aus. Wer seine Gegenstände selbst zum TBZ-Recyclinghof an der Niebüller Straße  fährt, zahlt dafür nichts.

>Sperrmüll kann man anmelden unter Tel. 9422900 oder per E-Mail: sperrmuell@neumuenster.de

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