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Holsteinischer Courier

24. November 2017 | 02:43 Uhr

Nach dem Feuer : Vorwürfe gegen den Vermieter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bewohner monieren fehlende Rauchmelder und Beleuchtung

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Nach dem Feuer vom frühen Montag in Tungendorf ist das Mehrfamilienhaus an der Schulstraße immer noch gesperrt. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Die Bewohner hatten sich im letzten Moment ins Freie retten können – und erheben nun schwere Vorwürfe gegen den Vermieter.

„In keiner Wohnung und auch nicht im Treppenhaus waren Rauchmelder installiert“, sagt Mieter Mario Arf. „Seit acht Wochen gab es kein Licht im Treppenhaus, das sollten wir selbst reparieren“, ergänzt seine Nachbarin Petra Klink. Auch sei die Hauseingangstür nicht verschließbar gewesen. „Keiner der Mieter hat einen Schlüssel, sodass jeder ins Haus gelangen konnte“, sagt Arf. Klink: „Wir haben so oft gebettelt, dass wir einen Schlüssel bekommen. Es ist nichts passiert.“

Ihren Schaden können die ausgebrannten Mieter noch nicht abschätzen. Arf kam mit seinen beiden Kindern bei einer Freundin unter, Petra Klink wohnt zurzeit bei einer Bekannten. Der Hausrat, Möbel und Wäsche – alles ist ruiniert. „Den Gestank bekommt man nicht mehr raus“, sagt Petra Klink. Das Schlimme daran: Die 47-Jährige hat – anders als Mario Arf – keine Hausratversicherung, die ihr den Schaden ersetzt. Da in dem unbewohnbaren Haus der Strom abgeschaltet ist, verderben auch die Lebensmittel in ihrer vollen Gefriertruhe. Was die Mieter empört: „Den Vermieter interessierte nur sein Haus, nicht ob jemand von uns zu Schaden gekommen ist“, sagt Petra Klink.

Das weist der Vermieter, der zur Tatzeit im Urlaub war und im Kreis Plön wohnt, auf Courier-Nachfrage entschieden zurück. Ihm sei telefonisch von Petra Klinks Bruder mitgeteilt worden, dass alle Bewohner unversehrt seien und anderweitig unterkamen. Deshalb habe er nicht extra nachgefragt.

Auch die anderen Vorwürfe dementiert der Vermieter: „Alle Wohnungen wurden ursprünglich mit Rauchmeldern ausgestattet. Für die Wartung sind die Mieter zuständig.“ Dass die Treppenhausbeleuchtung nicht funktioniere, habe ihm bei seinem jüngsten Besuch im Haus niemand gesagt. Und bis auf eine Ausnahme habe jeder Mieter einen Schlüssel für die Haustür erhalten. Da das Haus noch gesperrt sei, habe die Versicherung den Schaden noch nicht abschätzen können.

Für Mario Arf kommt eine Rückkehr in die Wohnung nicht in Frage. „Zurückziehen will keiner der Mieter“, sagt er.

 

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