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Vorlesewettbewerb : Vorleser entführten in Bücherwelten

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Laurenz Kulig (12) von der Klaus-Groth-Schule ist Sieger des Vorlesewettbewerbs / Er ist Stadtsieger und damit eine Runde weiter

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2015 | 07:30 Uhr

Neumünster | Die Wangen glühten, man hätte eine Stecknadel fallen hören: Gestern Nachmittag gaben die Vorlese-Sieger der Schulen ihr Bestes beim 56. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels. Zehn Schüler entführten beim Stadtentscheid rund 50 gespannt lauschende Eltern, Geschwister und Lehrer in der Kinder- und Jugendbücherei an der Wasbeker Straße in die Welt der Fantasie. Am Ende siegte Laurenz Kulig aus Ehndorf (12). Der Klaus-Groth-Schüler wird die Stadt beim Bezirksentscheid Schleswig-Holstein Süd am 25. März vertreten.

„Nehmt das Publikum auf eine Reise in die Welt der Fantasie. Wir bedanken uns für den aufregenden Nachmittag mit gespitzten Ohren und Kino im Kopf“, begrüßte Gabriele Bartelheimer, Leiterin des Fachdienstes Schule, Jugend, Kultur und Sport. Sie betonte: „Beim Lesen taucht man in fremde Welten ein, setzt sich mit den Sichtweisen anderer auseinander.“

In diesem Sinne legten die Schüler los, mal schüchtern, mal forsch, aber immer hochkonzentriert. Die thematische Bandbreite war breit gefächert – gruselige Ausflüge in alte Schlossruinen, ein Kampf gegen mächtige Titanen, ein plötzlicher Todesfall im Radieschenweg, seltsame Wünsche oder der Sturz eines außerirdischen Herrschers, der auf die Welt fällt und zum Menschen wird.

Von lustig bis dramatisch war alles dabei. Zum Schmunzeln brachte Anna Sukowitzki (12) von der Alexander-von-Humboldt-Schule mit „Der kleine Nick auf Reisen“, bei dem sie mit witzigem „Hallo“ Freund Otto anrufen ließ. Ihrer Mutter Silke hatte sie das vorher vorgelesen. Deren Kommentar: „Wir haben alle so gelacht.“ Deutschlehrerin Lina Redersborg war auch dabei: „Sie hat das mit erstaunlichem Esprit gebracht.“ Als Letzter entführte Lukas Wildhagen von der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld in die Welt der griechischen Mythologie. Bei Lara-Marie Franz (11) von der Böcklerschule dienten Mutter Sandy und Oma Marianne als Testpublikum für ihre „Scary-Harry“-Geschichte: „Die haben mir Tipps gegeben wie zum Beispiel, dass ich lauter lesen soll.“

„Gutes Vorlesen ist, wenn sich keiner langweilt“, zitierte Büchereileiterin Angelika Rust danach den Hörbuchsprecher Rufus Beck und versicherte: „Hier hat sich garantiert niemand gelangweilt.“ Die Jury – Vorjahressieger Jonas Mohr, Astrid Brigant (Stadtbücherei), Sabine Nitschke (Kieler Nachrichten), Burkhard Möbius (Buchhandlung Trio) und Gabriele Bartelheimer – machte es sich nicht einfach. Möbius berichtete: „Wir haben darauf geachtet, ob flüssig vorgelesen wurde, ob es die nötigen Pausen gab, dass das Lesetempo nicht zu schnell war, ob die verschiedenen Charaktere ausdrucksvoll betont wurden.“ Da ging Laurenz Kulig relativ deutlich als Sieger hervor. Er las aus dem Buch von Juma Kliebenstein „Die Nacht, in der ich supercool wurde“. Dem Ehndorfer gelang es, den lustigen Familienzwist über die Anschaffung eines Schlagzeugs in Szene zu setzen, bei dem der Vater seinen Sohn gegen die Mutter-Oma-Front verteidigt: „Mama sagte: Wenn der Junge mit seinem Krach nachts die Nachbarn hochschreckt, klärst Du das mit ihm? Ein scharfer Blick zu Papa. Der sagte einfach nur: Ja.“ Laurenz selbst spielt Klavier und machte sich die Wahl des Buches nicht leicht. „Ich habe ganz viele Bücher gelesen, bis ich mich für dieses entschieden habe. Das Vorlesen fiel mir nicht schwer“, sagte er, als er den Sieg errungen hatte. Seine Mutter Bärbel hatte mit ihm gefiebert und lobte: „Ich fand, er war sehr präsent, und ich finde es toll, dass er gewonnen hat.“

Alle Teilnehmer erhielten als bleibende Erinnerung eine Urkunde, das Buch „Australien? Australien! – Ein Roadmovie“ und – zum weiteren Herumstöbern – die aktuellen Neuerscheinungen.

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