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Kunstflecken : Vorgeschmack auf den Kunstflecken: Melodisch, fein und hochkarätig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 280 Gäste ließen sich bei der Art-Tour auf das Kulturfestival einstimmen

Neumünster | Ein gutes Händchen hatten Johanna Göb und ihr Team da wieder bewiesen. Am Sonnabend startete der 17. Kunstflecken, Neumünsters jährliches Kulturfestival, mit der Art-Tour, und die Leiterin des Kulturbüros zeigte einmal mehr ihre Offenheit und ihr Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der teilnehmenden Künstler.

Gestartet wurde pünktlich um 19 Uhr im Museum Tuch + Technik. 280 Gäste waren gekommen, um bei der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Olaf Tauras dabei zu sein und um die Werke des Künstlerpaares Ute und Günter Gayk-Wiese in Augenschein zu nehmen. Seit Jahren zusammen lebend und arbeitend, haben sich der Bildhauer und die Textildesignerin aus Strande ihren eigenen Stil bewahrt. Während Günter Gayk-Wiese bei seinen konstruktiv aufgebauten Skulpturen auf Geometrie und Goldenen Schnitt setzt, lässt sich seine Frau bei ihren farbenfrohen Wandteppichen von den weichen Formen der Natur inspirieren. Als Vorlage dient ihr etwa die aufgehende Sonne über der Ostsee, die sie zuerst in kleinen Aquarellen festhält und dann auf sechs bis acht Quadratmeter große Teppiche überträgt. Einen Monat benötigt Ute Gayk-Wiese, für einen Quadratmeter gewebte Kunst.

„Sensationell!“, urteilte Jens Johannsen. Er hob die feine Präzision der Teppiche und deren Tiefe hervor, lobte die Ausstellung, bemängelte jedoch das Licht. „Eine bessere Ausleuchtung hätte die Faszination, die von den filigranen Teppichen ausgeht, erhöht“, sagte Johannsen.

In der Bürgergalerie, der zweiten Art-Tour-Station, standen die Menschen um 20 Uhr dicht gedrängt vor den Arbeiten von Isabel und Kurt Lange aus Bredeneek bei Preetz. Beide Künstler arbeiten mit Stahl. Die Werke des Schmiedemeisters Kurt Lange zeichnen sich durch Kraft und Rohheit des Materials aus, die feinsinnigen Stahlschnitte seiner Frau Isabel, einer gelernten Illustratorin, „machen das Schwere leicht“, wie es Clemens Franke in seiner Einführungsrede beschrieb. Die Besucher waren begeistert. Nach kurzer Zeit klebten bereits die ersten roten Punkte –„verkauft“ – auf den Werken.

Ein Stunde später und ein paar hundert Meter weiter, hatte sich die nächsten Protagonisten der Art-Tour bereit gemacht. Auf der Bühne der Werkhalle standen der portugiesische Gitarrist und Sänger Frankie Chavez und sein Schlagzeuger João Correia, um 320 Gäste in die musikalische Welt von Rock, Folk, Blues und Americana zu entführen. „Frankie Chavez habe ich im vergangenen Jahr zufällig im Radio gehört und spontan gedacht: „Der wäre was für den Kunstflecken“, erklärte Johanna Göb das Engagement des Portugiesen. Sie freue sich sehr, dass es geklappt hat und „noch mehr, dass es den Leuten zu gefallen scheint“, sagte Göb während des Konzerts.

Um mangelndes Interesse am Kulturfestival müssen sich die Organisatoren keine Sorgen machen, viele Veranstaltungen sind bereits ausverkauft, und auch während der Art-Tour äußerten die Besucher immer wieder ihre Freude über das hochkarätige Programm mit lokalen und internationalen Künstlern.


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erstellt am 07.Sep.2015 | 09:30 Uhr

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