Zulassung : Vorerst kein „Freies Radio Neumünster“

Von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren wollen die Freien Radios etwas abhaben.
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Von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren wollen die Freien Radios etwas abhaben.

Das Verfahren der Zulassung ist ausgesetzt. Es geht um Geld

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09. Juni 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Die Lizenzvergabe für das „Freie Radio Neumünster“ (FRN) ist ins Stocken geraten. Der Medienrat der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein hat das Verfahren für die drei geplanten, nicht-kommerziellen Lokalradios ausgesetzt, weil deren Finanzierung nicht gesichert sei. Stefan Tenner vom Trägerverein in Neumünster sieht das ähnlich. „Es geht nur mit einer Basisförderung aus den Rundfunkgebühren. Da muss die Politik jetzt reagieren“, sagte Tenner gestern zum Courier.

Der neue Medienstaatsvertrag sieht vor, dass Lokalradios in Neumünster, Flensburg und Rendsburg an den Start gehen sollen. Das FRN ist seit 2013 im Aufbau und hat einen gemeinnützigen Trägerverein mit knapp 30 Mitgliedern. Es soll ehrenamtlich betrieben werden und sich mit anspruchsvollen Themen beschäftigen. „Wir denken an lokale, aber auch an überregionale Berichterstattung. Auf dem Sender sollen auch Menschen eine Stimme bekommen, die sonst keine haben“, sagt Stefan Tenner (der Courier berichtete).

Tenner kalkuliert mit Mindestkosten des Radios von 60 000 Euro pro Jahr allein für Sende- und Leitungskosten, Gema und Betriebskosten. „Wir gehen davon aus, dass wir davon etwa zehn Prozent selbst finanzieren könnten. Die Höhe der Eigenmittel durch mehr Aufmerksamkeit und damit eine Spendenbereitschaft wird sich aber erst mit einem Sendestart erhöhen“, sagt er. Real lägen die Kosten anderer Freier Radios zwischen 100 000 und 240 000 Euro. Tenner bleibt aber optimistisch, dass sich an den Rahmenbedingungen noch etwas ändert.

Die Neumünsteraner produzieren als Übung eine monatliche Sendung („Freies Radio Neumünster im Exil“), die im „Freien Sender-Kombinat“ Hamburg gesendet wird, zu hören in Hamburg per Antenne auf 93,0 und online unter www.freie-radios-sh.org. Nächste Sendung: 12. Juni, 15 bis 16 Uhr.

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