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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 14:14 Uhr

Vor Sonnenaufgang – Gedanken an früher

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 12:56 Uhr

Als ich mit meinem Hund Richtung Heimat umkehre, kommt gerade eine tieforange leuchtende Wintersonne hinter den Wipfeln des Waldes hervor. Sie blinkt durch die kahlen Stämme des Knicks rechts am Weg, und mir wird bewusst, dass wir schon eine Weile vor Sonnenaufgang unterwegs sind.

„Vor Sonnenaufgang“, damit habe ich immer „Nacht“ verbunden, „Dunkelheit“. Aber es ist schon eine
Weile hell, ehe die Sonne sich zeigt.

Als ich Kind war, sind wir im Frühherbst im Dunkeln in den Wald gegangen, damit wir beim Hellwerden die ersten bei den uns bekannten Pilzgründen waren, fröstelnd vom frühen Aufstehen
und ein bisschen furchtsam. Das habe ich immer mit „vor Sonnenaufgang“ verbunden. Dabei war das wohl eher „vor Tau und Tag“ und dann „im Morgengrauen“, indes „vor Sonnenaufgang“ schon unsere Pilzkörbe sich füllten, mit roten, braunen, grauen, rosigen Kappen, Pfifferlingen und Ziegenbart.

Als die Sonne längst am Himmel stand, kehrten wir froh nach Hause zurück: Wir würden heute Gutes zu essen haben und noch von der Ernte einwecken und trocknen.

So begleiten mich Gedanken und Erinnerungen auf meinen Wegen, die mir immer wieder – auch im Kleinen – klarmachen, was für ein gutes und besonderes Leben ich hatte.

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