Vor 60 Jahren starb der „Vater der Gartenstadt“

Pastor Rudolf Schlender zeigt seinen Artikel über Dr. Ludwig Rintelen, den er in der Chronik der Gartenstadt veröffenlichte.
Pastor Rudolf Schlender zeigt seinen Artikel über Dr. Ludwig Rintelen, den er in der Chronik der Gartenstadt veröffenlichte.

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11. Januar 2015, 15:35 Uhr

Er brachte mit dem damaligen Stadtbaurat Wilhelm Junglöw die Idee der britischen „Garden cities“ nach Neumünster: Heute vor 60 Jahren starb Dr. Ludwig Rintelen im Alter von 82 Jahren. Der Geheimrat und Träger des Bundesverdienstkreuzes lebte zwei Jahrzehnte hier. Er gilt als „Vater der Gartenstadt“.

„Rintelen wollte nicht, dass die vielen Arbeiter in der Industriestadt Neumünster in Kasernen unterkommen. Seine sozialpolitische Forderung, der finanziell minderbemittelten Bevölkerung die Gelegenheit zur Errichtung eines Einfamilienhauses auf eigenem Grund und Boden zu verschaffen, war schon revolutionär“, sagt Pastor Rudolf Schlender. Er hat sich für die Chronik zum 100. Geburtstag der Gartenstadt vor fünf Jahren mit dem Westfalen und Vater von sieben Töchtern und einem Sohn beschäftigt und ist noch immer angetan: „Das war damals ein großes Projekt.“ Und es war bundesweit das erste dieser Art, das sogar auf der Internationalen Ausstellung in Dresden Aufmerksamkeit fand.

1250 Quadratmeter groß sollten die Schollen zwischen Rendsburger Straße und Carlstraße damals sein, so die Forderungen von Rintelen, der auch Initiator der Gartenstadtgesellschaft als gemeinnützige Genossenschaft wurde. 1910 waren bereits 46 Häuser bezugsfertig, 1911 kamen 13 dazu, rund 70 waren es schließlich im Jahre 1913. Große Unterstützung fand Rintelen beim damaligen Oberbürgermeister Max Röer sowie Stadtrat Schmidt. Dennoch gab es stets hitzige Diskussionen, wenn es um Geld für die Erschließung der Flächen ging. Im Jahre 1925 schließlich löste sich die Genossenschaft, die wirtschaftliche Grundlage für die Gesellschaft war, auf.

Noch heute erinnert die 1931 gewidmete Rintelenstraße in der Gartenstadt an die großen Verdienste des Geheimrats. Sie verläuft zwischen der Straße Am Neuen Kamp und der Versöhnungskirche.

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