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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 01:14 Uhr

Theater : Von Morden und Schönheits-OPs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Birgitt Jürs erheiterte mit plattdeutschen Geschichten ihre Zuhörer in der Niederdeutschen Bühne an der Klosterstraße

Neumünster | „Lüüd gifft dat!“ So wunderte sich Birgitt Jürs, und ihre Gäste waren begeistert. Einen besonderen Blick für die Tücken des Alltags und noch mehr für die Menschen im Alltag hat Birgitt Jürs, das hat sie schon mit mehreren plattdeutschen Büchern und Hörbüchern bewiesen. Folgerichtig heißt auch ihr aktuelles Programm: „Lüüd gifft dat…“ Knapp 70 Interessierte wollten am Sonntag in der Studiobühne an der Klosterstraße wissen, um welche „Lüüd“ es sich denn handelt.

Birgitt Jürs hob hervor, dass ihre Personen und Geschichten so nicht existieren, sondern aus verschiedenen Erlebnissen im Alltag zusammenwachsen. Am Keyboard begleitet wurde die Neumünsteranerin von Jürgen Heitmann, mit dem sie gemeinsam auch sang.

Bereits mit der ersten Geschichte von Lisa, die von ihrer Freundin einen Aufenthalt in einer Schönheitsfarm geschenkt bekam, hatte sie das Publikum gewonnen. Wie dieses Stichwort „Schönheitsfarm“ im Dorf „vertellt“ wurde, beim Höker, beim Bäcker, vom Zeitungsmann, natürlich bei diversen Kaffeekränzchen – war Lisa schon auf dem Operationstisch zum Fettabsaugen, hatte gar der Doktor schon an ihr herumgeschnippelt? Da half nur noch die „Rote Karte“, um den nachbarschaftlich ausufernden Informanten Einhalt zu gebieten.

Einfach köstlich war, wie und warum Orchesterleiterin Wesemeier den Rüpel vom Bus in ihr Ensemble holte. So richtig ans Herz ging die Geschichte von Henry, der mit seiner Strategie seine Mutter dem Modellbootsbesitzer Justus so nahe brachte, dass er fragen konnte: „Ob du bi uns de Papa sien wullt?“

Eifriges Nicken gab es im Saal, nicht nur bei den Frauen, als Birgitt Jürs berichtete, wie sich eine Dame auf ihr Klassentreffen modisch einstimmte und am Ende mit Jeans und ausgefranstem Pullover auf dem Sofa mit den Worten landete: „Das habe ich mir verdient nach all dem Stress.“

Nach der Pause sang sie mit Jürgen Heitmann gekonnt den Kriminal-Tango. Damit kam sie zu den „Morden im Norden, als besonderes Morden im besonderen Norden“. Dazu musste sogar eine Güllegrube herhalten. Sex gab es auch, als die „Möllenbeck’sche“, die doch mal im Playboy mit diversen Fotos zu sehen war, wieder im Dorfkrug auftauchte und die Stammtischbrüder zu hochintelligenten Schlussfolgerungen führte.

Genau wie Birgitt Jürs angekündigt hatte, charakterisierte sie die „Lüüd“ hier im Norden mit ihren Macken und Besonderheiten zu herrlichen Schmunzelgeschichten. Dafür gab es am Ende dann auch reichlich Beifall.

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