Pestalozzischule : Von der Lehrerin zur Chefin

15 Jahre arbeitet Christine Harder schon an der Pestalozzischule. Nun wurde sie offiziell zur Schulleiterin ernannt.
15 Jahre arbeitet Christine Harder schon an der Pestalozzischule. Nun wurde sie offiziell zur Schulleiterin ernannt.

Christine Harder wurde jetzt offiziell zur Schulleiterin an der Pestalozzischule ernannt. Sie möchte mehr Mitbestimmung der Eltern erreichen.

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04. Mai 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Im Schulleiterwahlausschuss wurde Christine Harder schon Mitte Januar zur neuen Leiterin der Pestalozzischule gekürt. Im Kieler Bildungsministerium dauerte die Entscheidung länger. Doch seit einer Woche hat die 45-Jährige ihre Ernennungsurkunde in den Händen. Schulrat Jan Stargardt überreichte sie vor dem versammelten Kollegium.

Seit 15 Jahren unterrichtet Christine Harder an der Pestalozzischule. Ihr Referendariat machte die gebürtige Lübeckerin, die mit ihrem Mann in Ruthenberg wohnt, an der Wittorfer Schule. Eine Zwischenstation war die Grundschule in Kaltenkirchen. Studiert hat Christine Harder an der PH in Kiel, ihre Fächer waren Mathe, Musik und Geschichte. Aber im Grundschulbereich muss man Generalist sein. „Bis auf Deutsch habe ich an der Pestalozzischule schon alles unterrichtet. Ach ja, an Technik und Physik traue ich mich nicht heran. Dann würde die Schule wohl nicht mehr stehen“, scherzt sie.

Die Schuhe ihres Vorgängers Thorsten Petersen, der als Leiter an die Hans-Böckler-Schule wechselte, sind sehr groß. „Doch es ist gar nicht mein Bestreben, alles so zu machen wie er“, sagt Christine Harder. Sie möchte durchaus ihre eigenen Ziele verwirklichen. Dazu gehören „ein offenes Ohr für Schüler, Eltern und Kollegen“ und die Neugestaltung des Schulhofs nach der Devise „mehr Natur, weniger Asphalt“, sodass der Hof auch nachmittags von den Tungendorfer Kindern genutzt werden kann. Und Christine Harder wünscht sich die Mitbestimmung der Eltern bei wichtigen Entscheidungen, etwa Diskussionsrunden über den Sinn von Noten in der Grundschule.

Dass der Regionalschulteil ein Auslaufmodell ist, daran sei nicht zu rütteln, und damit hätten sich auch alle abgefunden. „Ein wenig traurig bin ich aber schon. Wir haben hier auch im Sekundarbereich eine anerkannt gute Arbeit geleistet“, sagt Christine Harder. Zurzeit hat die Pestalozzischule noch sieben Regionalschulklassen der Stufen 7 bis 10. Insgesamt gibt es 315 Schüler, die von 20 Lehrern unterrichtet werden. Das wird sich reduzieren, auch wenn es im Grundschulbereich zurzeit leicht steigende Anmeldezahlen aus ganz Neumünster gibt.

Pluspunkte sammelt die Schule durch den jahrgangsübergreifenden Unterricht, die Individualisierung, Nachmittagsbetreuung in der Offenen Grundschule, die bald eine Mensa bekommt, und den Verein Betreute Grundschule. Deshalb glaubt Christine Harder, dass beide Schulen in Tungendorf, die Pestalozzi- und die Rudolf-Tonner-Schule, auf mittlere Sicht nicht in Gefahr sind: „Beide haben unterschiedliche pädagogische Konzepte und Unterrichtssysteme. Es wäre schön, wenn die Eltern diese freie Wahl behalten.“

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