Bad am Stadtwald : Von der Halle direkt in die Umkleide

Auf der rechten Hälfte des Nichtschwimmerbeckens hinter Bad-Chef Tom Keidel wird die Halle entstehen. Von dort geht es direkt in die Umkleideräume (rechts).
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Auf der rechten Hälfte des Nichtschwimmerbeckens hinter Bad-Chef Tom Keidel wird die Halle entstehen. Von dort geht es direkt in die Umkleideräume (rechts).

Die Neugestaltung des Außenbereichs im Bad am Stadtwald geht nach der Ratsentscheidung in die konkrete Planungsphase.

shz.de von
16. Juli 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Die Entscheidung der Ratsversammlung war erst wenige Stunden alt, da wurden die Pläne für die neue Halle im Bad am Stadtwald bereits konkreter. Gestern Nachmittag erläuterten Tom Keidel, Leiter des Bads am Stadtwald, und Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt erste Ideen sowie die Gründe für das auf 9,6 Millionen Euro veranschlagte Projekt. Demnach bauen die SWN eine fest überdachte Halle mit einem 50-Meter-Becken im Bereich des heutigen Nichtschwimmerbeckens. Das derzeitige Sportbecken wird nicht überbaut, wie es noch vor einigen Wochen hieß. „Wir tauschen im Wesentlichen die Standorte beider Becken“, so der Bad-Chef.

Voraussetzung für die weitere Planung war das grüne Licht der Ratsversammlung. Nachdem die Politiker am Dienstagabend dem langfristigen Vertrag (2017 bis 2037) zwischen der Stadt und den Vereinen für das Schul- und Vereinsschwimmen zugestimmt hatten, waren die finanziellen Voraussetzungen für die Modernisierung des Bads geschaffen worden.

„Der jetzt geplante Standort der Halle, die in erster Linie für das Schul- und Vereinsschwimmen gedacht ist, ermöglicht eine direkte Anbindung an die benachbarten Umkleideräume im Erdgeschoss“, erläuterte Tom Keidel eine wesentliche Neuerung. „Der Bau des 50 mal 20 Meter großen Beckens mit der Halle hat bei der jetzt beginnenden Planung oberste Priorität“, so der Bad-Chef. Zurzeit überlegen die SWN und die Bau-Fachleute, ob es ein reines Wettkampfbecken werden soll oder ein Bereich für Schwimmanfänger abgesenkt wird. Außerdem wollen sich die Verantwortlichen um verschiedene Fördermittel kümmern.

Das neue Gebäude soll – auch aus energetischen Gründen – auf jeden Fall lichtdurchflutet und an mindestens einer Seite zu öffnen sein. „Den ersten Spatenstich machen wir im Herbst 2016“, so Keidel. Während der Bauzeit soll das Schul- und Vereinsschwimmen im alten Sportbecken in der Traglufthalle und in der Sommersaison im Freien ohne Unterbrechung weiterlaufen. „Die Türen der neuen Halle öffnen wir im Herbst 2017. Höchstens ein Jahrhundertwinter könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen“, so Keidel. Anschließend wird im zweiten Bauabschnitt das Nichtschwimmerbecken an den Standort des derzeitigen Sportbeckens verlegt und um die Hälfte auf 20 mal 30 Meter verkleinert. Sprung- und Kleinkinderbecken bleiben an ihren Plätzen, werden aber saniert. Im Herbst 2018 soll alles fertig sein.

Der marode Zustand der gut 40 Jahre alten Außenanlage ist einer der Gründe, die die SWN zu dem Bau bewogen. Außerdem verschwindet mit der festen Halle eine Unsicherheit, mit der die Bad-Betreiber zurzeit Jahr für Jahr beim Aufbau der Traglufthalle zu kämpfen haben. Seit die Stadt das mobile Konstrukt zu den sogenannten fliegenden Bauten zählt, gibt es von ihr pro Wintersaison nur eine Genehmigung für maximal sechs Monate (der Courier berichtete). „Bei unserer Witterung fehlen zwei bis drei Monate“, sagt Schmidt verärgert. Nach dem Bau der festen Halle soll die Traglufthalle irgendwann verkauft werden.

Kommentar:

Gute Investition: 9,6 Millionen Euro sind  eine Stange Geld. Doch die Kosten für Sanierung und  Hallenbau auf dem Außengelände des Schwimmbads sind auf jeden Fall gut angelegt. Die Neuerungen werden nicht nur dazu beitragen,   Neumünster  noch attraktiver zu machen. Das ausdrückliche Augenmerk auf das Schul- und Vereinsschwimmen zeugt von hoher Verantwortung und Weitsicht der Entscheidungsträger. Seit geraumer Zeit wird immer deutlicher, dass immer weniger Kinder das – immerhin lebensrettende – Schwimmen gar nicht oder nur noch unzureichend lernen. Hier werden attraktive Möglichkeiten geschaffen. Das macht Sinn!

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