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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Von Altersbegrenzung und Mobilität

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 12:54 Uhr

Wieder einmal geht es um die Frage, wann ältere Menschen ihren Führerschein abgeben sollen. Darüber wird dann heiß diskutiert. Ausgeklammert bleibt von vornherein die Frage, was denn eigentlich „ältere Menschen“ sind. Diese Frage vorschnell zu beantworten, könnte doch sehr gefährlich werden.

Hört man die Menschen so um das 50. Lebensjahr herum, sind es ganz klar die Menschen mit einem Lebensalter jenseits der 65 Jahre. Befragt man diese Altersgruppe zehn Jahre später, ist die Altersgrenze bereits bei 75. Und noch einmal zehn Jahre später, reden dann diese Menschen schon mal darüber, ob die Erlaubnis, ein Kraftfahrzeug zu führen, doch lieber erst mit 25 Jahren erteilt werden sollte, weil ja die Jugendlichen viel zu leichtsinnig rasen.

Das ist natürlich unsinnig. Aber genauso unsinnig ist es meines Erachtens, die Führerscheinfrage überhaupt an einem Alter festmachen zu wollen. Statistiken helfen da wenig. Wenn immer mehr Menschen im Rentenalter ihr Auto nutzen, ist es – statistisch gesehen – doch logisch, dass diese Altersgruppe stärker an Verkehrsunfällen beteiligt ist. Dabei ist unbestritten, dass manch ein Jüngerer vielleicht einen Unfall durch schnelleres Reagieren verhindert hätte. Aber andererseits wird auch mancher Unfall dadurch verursacht, dass ein jüngerer Mensch einen Unfall dadurch verursacht, dass er seine Fähigkeiten überschätzt hat oder durch Geräusche abgelenkt war. Eine Altersbegrenzung hilft also nicht weiter.

Hinzu kommt, dass in der heutigen Zeit die Mobilität ein hohes Gut ist. Das beginnt mit den Fahrten zum Einkauf und endet noch lange nicht bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Ein Verweis auf die öffentlichen Verkehrsmittel ist wenig hilfreich. Außerdem muss dann die Frage erörtert werden, wie es denn überhaupt mit alten Menschen im öffentlichen Verkehrsraum ist, mit den radfahrenden und auch mit den fußläufigen Verkehrsteilnehmern. Die Bedeutung der Mobilität im Alter in seinem vollen Umfang auszuleuchten würde hier den Rahmen sprengen.

Das Einzige,was bleibt, ist der Appell an alle Verkehrsteilnehmer, sich jeder Zeit so zu verhalten, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Dabei spielt das Alter keine Rolle.

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