Loop : Vom Stundenhotel zum Familiensitz

Das Storchennest an der Dorfstraße in Loop ist seit einigen Wochen besetzt. Und wahrscheinlich können sich die Looper nun nach 27 Jahren auch wieder über Nachwuchs freuen.
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Das Storchennest an der Dorfstraße in Loop ist seit einigen Wochen besetzt. Und wahrscheinlich können sich die Looper nun nach 27 Jahren auch wieder über Nachwuchs freuen.

Nach 27 Jahren brütet in Loop endlich wieder ein Storchenpaar. Die Vögel hatten sich immer nur kurzfristig niedergelassen und dort keinen Nachwuchs aufgezogen.

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05. Mai 2015, 06:00 Uhr

Loop | Nach 27 Jahren nistet wieder ein Storchenpaar in Loop. Und es sieht ganz danach aus, dass sich in diesem Jahr auch Nachwuchs ankündigt. Damit wird ein langgehegter Wunsch der verstorbenen Hofbesitzerin Anke Heeschen Wirklichkeit.

Wie der Ehrenvorsitzende und Storchenexperte des Naturschutzbundes (Nabu) Neumünster, Peter Hildebrandt, berichtete, hat sich das Paar zunächst unbemerkt von den Naturschützern am Rande des Dorfes auf dem Hof Schilling/Kunze angesiedelt. Damit tragen nach zehn Jahren die Anstrengungen der im Sommer leider verstorbenen Hofbesitzerin Anke Heeschen endlich Früchte.

Schon 2005 ließ Anke Heeschen auf einem stillgelegten Strommast eine Nisthilfe für Störche anbringen. Und immer, wenn sie etwas Neues über das Anlocken der Vögel in Erfahrung brachte, halfen ihr die Stadtwerke, es auszuprobieren. „Immer wieder sind sie mit dem Hubsteiger zum Nest hoch, um die Ideen meiner Mutter umzusetzen. Unter anderem wurde so in einem Jahr das Nest mit alter Silage ausgepolstert. Und in einem anderen Jahr besprengten die Mitarbeiter das Nest auf ihren Wunsch mit weißer Farbe“, erzählte die Tochter Meike Schilling, die mit ihrer Familie an der Hofstelle wohnt und sich sehr über die Rückkehr der Störche freut.

Ebenfalls auf eine Idee ihrer Mutter hin wurde auch ein künstlicher Storch auf einer nahegelegenen Weide platziert. „Den trage ich im Herbst immer brav in die Scheune und hole ihn nach dem Winter wieder raus“, berichtete die 48-jährige OP-Schwester schmunzelnd.
„Doch die Paare, die sich bisher hier zeigten, nutzten das Nest lediglich zur Fortpflanzung. Nach zwei, drei Tagen waren sie wieder weg. Meine damals schon betagte Mutter hat deswegen darauf schon leicht beleidigt mit dem Ausspruch, sie wäre doch kein Stundenhotel, reagiert“, erzählt die Tochter weiter.

Auch der Witwer von Anke Heeschen, Dieter Kunze, freut sich über die Rückkehr der Störche. Seiner Meinung nach ist seine verstorbene Partnerin auch für die Rückkehr der Störche verantwortlich: „Die hat uns die Anke geschickt“, lautet seine Überzeugung.

Zum Storchenpaar selbst konnte Peter Hildebrandt noch einiges berichten. „Ein Brutpartner ist ein junger Spund und wurde erst vor drei Jahren als Jungvogel in Wisch bei Kiel beringt“, erklärte er.

Nach den Unterlagen von Hildebrandt hatte zuletzt 1978 ein Storchenpaar beim Landwirt Teegen erfolgreich gebrütet. Das Paar zog drei Junge und 1977 zwei Jungstörche groß.

Mit einem großen Pulk Spätheimkehrer, die durch Schlechtwetter bei der Ostwanderroute aufgehalten wurden, sind inzwischen auch die Horste in Krogaspe und Bargstedt wieder besetzt – und alle hoffen auf Adebar-Nachwuchs.  

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