Neumünster : Vom Gast zum Gastgeber

Jawad Jafari (von links), Sayed Shoaib Madani, Süleyman Abasov, Rahmat Fayazi, Ahmad Ozbak und Fawad Azimi bekamen gestern ihre Abschlusszeugnisse.
Jawad Jafari (von links), Sayed Shoaib Madani, Süleyman Abasov, Rahmat Fayazi, Ahmad Ozbak und Fawad Azimi bekamen gestern ihre Abschlusszeugnisse.

Sechs Flüchtlinge haben ihre Einstiegsqualifikation in der Gastronomie erlangt. Vier bleiben dem Beruf treu.

shz.de von
05. Juli 2018, 08:55 Uhr

Neumünster | Für Sayed Shoaib Madani, Rahmat Fayazi, Fawad Azimi, Ahmad Ozbak, Jawad Jafari und Süleyman Abasov war gestern ein ganz besonderer Tag. Sie erhielten ihre Zeugnisse für die Einstiegsqualifikation (EQ) an der Elly-Heuss-Knapp-Schule (EHKS). Damit haben die sechs Flüchtlinge nicht nur ihren Berufsschulabschluss in der Tasche, sondern auch zwölf Monate praktische Arbeitserfahrung gesammelt, die es ihnen nun ermöglicht, eine Lehre zu beginnen.

Alle sechs waren in gastronomischen Betrieben in Neumünster angestellt. Das heißt: Drei Tage die Woche arbeiten und zwei Tage die Schulbank drücken. An den Wochenenden gab es dann Hausaufgaben. Außerdem haben sie sich um den Spracherwerb bemüht. „Süleymann hat es geschafft, das vollwertige B1-Niveau erreicht“, sagt Sabine Klütz, Abteilungsleiterin Berufsvorbereitung an der EHKS.

Die anderen müssen sich beim Schreiben noch verbesser, dann erhalten auch sie das B1-Niveau, das bescheinigt, dass sich die Absolventen im Verstehen, Schreiben und Sprechen mit der deutschen Sprache auseinandergesetzt haben und sich im Alltag gut verständigen können. Der Ehrgeiz und der Einsatz, den die Männer geleistet haben, wird dadurch unterstrichen, dass vier von ihnen von den Betrieben übernommen wurden. Zum 1. August starten sie ihre Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie.

Auch Süleyman Abasov hätte weiter in seinem Betrieb arbeiten können, um so seine Lehre zu vollenden. „Mir ist aber im letzten Jahr klar geworden, dass ich viel lieber ins Handwerk möchte“, sagt Abasov. Vor allem die Arbeit mit Metall gefällt ihm, weshalb er zum 1. September ein Jahr lang die Grundlagen der Metallarbeit erlernen wird. „Ich freue mich darauf sehr“, so Abasov.

Fawad Azimi würde gerne weiterhin in einem Restaurant arbeiten. Es war aber von Beginn an klar, dass er nicht übernommen wird. Dennoch hat er im vergangenen Jahr viel gelernt. „Ich suche noch nach einem neuen Betrieb. Vor allem die Arbeit im Service bringt mir viel Freude“, so Azimi.

Doch darum kümmert er sich erst in den nächsten Tagen. Jetzt feiert er zusammen mit den anderen seinen erfolgreichen Abschluss.

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