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Kinobühne : Vom Ankommen in einer neuen Heimat

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kultveranstaltung im Theater zeigt am Dienstag zwei Dokumentarfilme über Afrikanerinnen und Flüchtlinge und ihre Ankunft in Schleswig-Holstein.

Neumünster | Die Kultveranstaltung Kinobühne geht in die nächste Runde: Cineasten dürfen sich am Dienstag, 31. März, auf zwei Vorstellungen um 17.30 Uhr und um 20 Uhr auf der Bühne des Theaters freuen. Gezeigt werden die Filme „Manchmal denk’ ich jetzt auf Deutsch“ und „Ich habe einen Traum“ der Kieler Regisseure Helmut Schulzeck und Fredo Wulf. Der Courier verlost drei mal zwei Karten für die Abendvorstellung.

Schulzeck ist den Kinobühnen-Gängern bekannt – durch seinen Film über die Familie seiner afrikanischen Frau. In „Manchmal denk’ ich jetzt auf deutsch“ erzählt er von drei Kenianerinnen, die auf verschlungenen Wegen nach Deutschland kommen, zeigt ihren Weg aus der Fremde und die Ankunft in einer neuen Heimat. Selbst mit einer kenianischen Frau verheiratet, interviewt er drei Kenianerinnen, die als Au-pair-Mädchen oder im Jugendaustausch nach Schleswig-Holstein kamen und dort deutsche Männer heirateten. Das Vorurteil, dass Kenianerinnen einen „Mzungu“ (weißen Europäer) vor allem wegen seines (aus afrikanischer Sicht) „Reichtums“ heiraten, erweist sich dabei als ebenso unbegründet wie jenes, dass Afrikanerinnen Heimchen am deutschen Herd sind. Vielmehr berichten drei selbstbewusste junge Frauen (und auch ein deutscher Ehemann) vom schwierigen gegenseitigen Anpassungsprozess, den sie aber souverän meisterten – und manchmal sogar schon „auf Deutsch denken“.

Der zweite Film „Ich habe einen Traum“ von Fredo Wulf, der 2014 gedreht wurde, beobachtet über einen Zeitraum von neun Monaten Schüler der Gemeinschaftsschule Kiel-Friedrichsort und junge Flüchtlinge bei der Entwicklung eines Theaterstücks.

Das Projekt ist ein Experiment, denn die Flüchtlinge sprechen kaum Deutsch, und die 15 bis 17 Jahre alten Schüler haben bisher keine Erfahrungen mit Migranten gemacht. Die Theaterpädagoginnen Idun Hübner und Ulrike Krogmann strukturieren die Treffen, ermuntern die Teilnehmer, sich Geschichten und Szenen auszudenken und helfen bei der Umsetzung. Bei den ersten nonverbalen Kennenlernspielen und dem zunächst zaghaften Abtasten wird eine Annäherung beider Gruppen erlebbar. Die Flüchtlinge thematisieren ihre noch präsenten Erlebnisse der Flucht nach Europa, die erlittene Gewalt durch die Grenzpolizei, die lebensbedrohliche Überfahrt in überfülltem Boot oder das Trauma durch das Miterleben des Todes anderer Flüchtlinge. Die Schüler hingegen träumen von einer gelungenen Karriere als Boxerin, wollen Modedesigner werden oder um die Welt reisen. Angesichts der erfahrenen Schicksale und dem direkten Kontakt mit den Flüchtlingen machen sie sich Gedanken über ihr eigenes von Wohlstand und Frieden geprägtes Leben.

Der Courier verlost für seine Leser drei mal zwei Karten für die Vorführung am Dienstag, 31. März, um 20 Uhr. Wer am Montag, 30. März, um 11 Uhr unter Tel. 946-1707 anruft, hat Chancen zu gewinnen. Die Anrufer müssen eine Frage beantworten: Wo leben die Autoren der beiden Dokumentarfilme? Wenn die Karten verlost sind, wird das Telefon abgeschaltet.

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erstellt am 28.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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